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Armenische Väter - Beschreibung des Lebens und Sterbens des hl. Lehrers Mesrop

18. Mesrop verfaßt Predigten.

Darauf begann der selige Maschthotz in dieser vortrefflichen und erhabenen Lehrtätigkeit hinwieder zahlreiche Reden in leichtfaßlicher Sprache und anmutigem Stil in Mannigfaltigkeit aus der Erleuchtung und dem Stoff der Weissagungsschriften zu verfassen und auszuarbeiten1 , voll von allem Wohlgeschmack der Wahrheit des Glaubens an das Evangelium. Darunter sind viele Gleichnisse und Beispiele von Sündern hienieden2 mit Vorzug wegen der Hoffnung der Auferstehung auf die Zukunft verfaßt und zusammengestellt3 , damit sie leicht und angenehm für die Ungebildeten und mit körperlichen Dingen Beschäftigten zu erfassen wären, auf daß sie dieselben anregen und ermuntern und sie fest auf die versprochene Verheißung bauen.

Und so trug er durch alle Gaue Armeniens, Iberiens und Albaniens, zu allen Zeiten seines Lebens, im Sommer und Winter, Tag und Nacht, ohne Erschlaffung und ohne Verzögerung mit seinen der Verkündigung des Evangeliums und der Heilsbotschaft geweihten Reisen vor Königen und Fürsten, vor allen Heiden und ohne Widerlegung von den Gegnern4 den alle erlösenden Namen Jesu mit sich5 . Und jede mit Christus bekleidete und geistige Seele wappnete er6 , und vielen Eingekerkerten und Gefesselten und von Gewalthabern Bedrängten schaffte er Befreiung und entriß sie mit der furchtbaren Gewalt Christi. Und viele ungerechte Verfügungen zerriß er. Viele Betrübte und Kleinmütige bestärkte er durch die trostvolle Belehrung zur erwartungsvollen Hoffnung auf die Offenbarung der Herrlichkeit des großen Gottes, unseres Erlösers Jesus Christus. Die gesamte Ordnung für den Dienst Gottes gestaltete er mit einem Male um7 .

1: Diese Notiz gibt die Veranlassung, die unter dem Titel Hatschachapatum [= Teppiche] zusammengefaßte Redesammlung, die aus inneren Gründen im Anfang des fünften Jahrhunderts entstanden zu denken ist, Mesrop zuzuschreiben. Die Handschriften überliefern sie als Werk Gregors des Erleuchters, dem sie aber nicht zugehören [s. die Einführung zu der Übersetzung einer Auswahl dieser Reden von S. Weber in dieser Sammlung].
2: Vetter übersetzt diese Stelle statt "yanzawor" = "uwzavor" im Text annehmend: „In diesen hat er viele Gleichnisse und Beispiele von den vergänglichen Dingen hienieden, zumal über die Hoffnung der Auferstehung auf das Künftige angewandt und angepaßt" s. bei Nirschl, Patrologie III, S.217.
3: Vetter übersetzt dafür: und [vor] Unüberwindbaren aus den Gegnern [a.a.O. S.230]; Welte: „Vor Hörwilligen und Widerstrebenden."
4: Welte: „Durch dieselben wurden viele Arten von Übertretern, hauptsächlich durch die Auferstehungshoffnung für die Vorbereiteten gebessert = erbaut."
5: Welte: „vor Hörwilligen und Widerstrebenden".
6: Welte: entflammte er.
7: Vetter übersetzt nach der Ausgabe von 1833, S.22: „Und alle wandelte er um allzumal zur Regel des Dienstes Gottes" [a.a.O.]. Welte schreibt frei: „Und alle insgesamt führte und leitete er an, den wahren Gott auf die rechte Weise zu verehren." Der Text in den Sopherkh [Venedig 1853] ist zu übersetzen: Und alle Gläubigen zumal, Männer und Frauen, leitete er hinüber zur Ordnung des Gottesdienstes.

 

 

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Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Allgemeine Einleitung. Die patrologische Literatur der Armenier Eznik von Kolb, Wider die Irrlehren

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Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger