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Hieronymus († 420) - Auf den Tod Fabiolas; an Oceanus. (Epistula 77)

5.

Nur eins will ich anführen, was dem Leser nützlich sein kann und auch zu unserem Thema gehört, Fabiola hat sich nicht geschämt vor dem Herrn auf Erden, und deshalb wird sich auch der Herr ihrer nicht schämen im Himmel1 . Allen hat sie ihre Wunde geöffnet, und die ihren Körper entstellende Narbe hat ganz Rom unter Tränen geschaut. Ihre Kleider waren zerrissen, ihr Haupt entblößt, ihr Mund geschlossen. Die Kirche des Herrn hat sie nicht betreten, sondern mit Maria, des Moses Schwester, hat sie sich abgesondert und außerhalb des Lagers niedergelassen, bis daß der Priester, der sie ausgeschlossen hatte, selbst sie wieder zurückriefe2 . Sie ist herabgestiegen vom Throne ihrer Freuden, nahm die Mühle und mahlte Mehl, und mit unbeschuhten Füßen hat sie Tränenströme durchschritten3 . Sie saß auf glühenden Kohlen, diese brachten ihr Hilfe. Sie zerschlug ihr Angesicht, mit dem sie dem zweiten Manne gefallen hatte; sie haßte die Edelsteine, konnte keine leinenen Gewänder mehr sehen und floh den Schmuck. Ihr Schmerz war so groß, als ob sie einen Ehebruch begangen hätte. Wenngleich sie nur eine einzige Wunde zu heilen wünschte, so bediente sie sich doch vieler Arzneien.

1: Mark. 8, 38.
2: Num. 12, 15.
3: Is. 47, 1 f.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger