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Hieronymus († 420) - Über den Tod Paulinas; an Pammachius (Epistula 66)

12.

An dies eine erinnere ich dich, teurer Bruder, mit der Liebe, die ich zu dir hege: "Gib nicht nur dein Vermögen, sondern dich selbst Christo hin, als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer, als einen vernünftigen Gottesdienst1 . Ahme den Menschensohn nach, der nicht kam, um sich bedienen zu lassen, sondern um selbst zu dienen"2 . Und was der Patriarch an Fremden getan hat, hat unser Herr und Meister seinen Jüngern und Dienern getan. "Haut um Haut, und alles, was der Mensch besitzt, kann er geben um sein Leben." "Aber", so sprach Satan, "rühre sein Fleisch an, und du wirst sehen, ob er dir nicht ins Angesicht flucht"3 . Der Erbfeind weiß, daß der Kampf um die Enthaltsamkeit viel schwerer ist als der Kampf gegen die Habsucht. Was äußerlich ist, wirft man leicht ab. Der innere Krieg birgt mehr Gefahren. Was nur angebunden ist, können wir losknüpfen, was aus einem Stücke gefertigt ist, müssen wir auseinanderreißen. Zachäus war reich, die Apostel dagegen arm. Was er geraubt hatte, gab er vierfach zurück, und das Vermögen, das übrig geblieben war, verschenkte er zur Hälfte unter die Armen. Er nahm Jesus gastfreundlich auf, und seinem Hause widerfuhr Heil4 . Trotzdem wurde er, weil er klein war und sich zur apostolischen Vollkommenheit nicht erheben konnte, auch nicht in die Zahl der zwölf Apostel aufgenommen. Wenn man an Reichtümer denkt, dann haben die Apostel nichts, wenn man aber nach der Willensentsagung fragt, dann haben sie alle ohne Ausnahme die ganze Welt verlassen. Bieten wir Christo unsere Schätze samt unserer Seele an, und er wird sie gerne annehmen. Wenn wir jedoch nur das Äußere Gott, das Innere aber dem Teufel schenken, dann ist es keine gerechte Teilung und es wird heißen: "Hast du nicht gesündigt, weil du zwar richtig opfertest, aber nicht gerecht teiltest?"5

1: Röm. 12, 1.
2: Matth. 20, 28.
3: Job 2, 4 f.
4: Luk. 19, 2—10.
5: Gen. 4, 7 nach LXX.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger