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Hieronymus († 420) - Das Leben der hl. Witwe Paula, Einsiedlerin zu Bethlehem (Epistula 108)

31.

Sei versichert, Eustochium, eine große Erbschaft ist dir zugefallen. Dein Anteil ist der Herr, und, worüber du dich noch mehr freuen magst, deine Mutter ist nach einem langen Martyrium gekrönt worden. Denn nicht nur das vergossene Blut wird als Glaubensbekenntnis angerechnet, sondern auch die Hingabe einer frommen Seele ist ein tägliches Martyrium. Jene Krone wird aus Rosen und Veilchen geflochten, diese aus Lilien. Darum schreibt auch das Hohe Lied: "Mein Geliebter ist weiß und rot"1 . Sowohl im Frieden als auch im Kriege teilt er den Siegern die gleichen Belohnungen aus. Deine Mutter hat mit Abraham die Worte vernommen: "Gehe aus deinem Lande und aus deiner Verwandtschaft und komme in das Land, welches ich dir zeigen will"2 . Ihr galt das Wort, das der Herr durch den Mund des Jeremias gesprochen: "Fliehet mitten aus Babylon und rettet eure Seelen"3 . Und bis zum Tage ihres Todes ist sie nicht nach Chaldaea zurückgekehrt, noch hat sie sich nach den Töpfen Ägyptens und den giftigen Fleischspeisen gesehnt4 . Vielmehr ist sie, begleitet von jungfräulichen Scharen, eine Mitbürgerin des Erlösers geworden. Vom unbedeutenden Bethlehem zur himmlischen Herrlichkeit erhoben, spricht sie zur wahren Noemi: "Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott"5 .

1: Hohel. 5, 10.
2: Gen. 12, 1.
3: Is. 48, 20 und Jer. 18, 6 [fälschlich Jeremias allein zugeschrieben].
4: Exod. 16, 3.
5: Ruth 1, 16

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger