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Hieronymus († 420) - Leben des hl. Einsiedlers Hilarion (Vita Hilarii)

6.

Einmal vernahm er zur Nachtzeit das Geschrei kleiner Kinder, das Blöken von Schafen, das Gebrüll von Rindern, das Klagegeheul von Weibern, das Brüllen von Löwen, das Waffengeklirr eines Heeres und noch manches andere wunderbare Geräusch, so daß der Lärm ihn erschreckte, noch ehe er etwas zu sehen bekam1. Es entging ihm nicht, daß es sich um Teufelsspuk handelte. Er fiel auf seine Kniee nieder und machte auf die Stirn das Zeichen des Kreuzes Christi. Nachdem er sich so gewappnet hatte, kämpfte er, auf dem Boden liegend, mit um so größerer Tapferkeit. Ja, er wünschte jetzt sogar zu sehen, was sein Ohr gefürchtet hatte, wobei er bedächtig nach allen Seiten Umschau hielt. Auf einmal erblickte er beim Mondschein einen mit feurigen Rossen bespannten Wagen, der auf ihn zuhielt. Hilarion rief Jesus an, und die ganze Erscheinung verschwand in einem Erdspalt, der plötzlich vor seinen Augen aufklaffte. Da sprach er: „Roß und Reiter stürzt er ins Meer2; die einen bauen auf ihre Wagen, die anderen auf ihre Rosse, wir aber rühmen uns im Namen unseres Gottes“3.

1: Vgl. zu den Kapiteln 6 ― 8 16 f.
2: Exod. 15, 1. 21.
3: Ps. 19, 8.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger