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Hieronymus († 420) - Leben des hl. Einsiedlers Hilarion (Vita Hilarii)

34.

Nach seinem Fortgang aus Bruchium gelangte er durch eine unwegsame Einöde in die Oasis1. Dort brachte er ungefähr ein Jahr zu, als er auf den Gedanken kam, einsame Inseln aufzusuchen. Denn auch an seinen jetzigen Aufenthaltsort war sein Ruf gedrungen, gerade als ob er sich im Orient nicht mehr verbergen könne, wo ihn viele, sei es vom Hörensagen, sei es von Angesicht, kennen gelernt hatten. Nachdem er auf dem Lande überall bekannt geworden war, sollte ihn wenigstens das Meer vor den Menschen schützen. Um dieselbe Zeit traf er Hadrian, einen seiner Schüler aus Palästina, der ihm mitteilte, daß Julian getötet sei und ein christlicher Kaiser die Herrschaft angetreten habe2. Er müsse [S. 63] zu den Ruinen seines Klosters zurückkehren. Doch Hilarion lehnte diesen Vorschlag ab, mietete für die Reise durch die weite Einöde ein Kamel und kam nach Paraetonium3, einer libyschen Seestadt. Dort fügte ihm der unglückliche Hadrian allerhand Unbilden zu, weil er aus Sehnsucht nach dem Ruhm, den er früher um des Meisters willen geerntet hatte, nach Palästina zurückkehren wollte. Schließlich packte er alles zusammen, was er Hilarion als Geschenk der Brüder überbracht hatte und reiste ohne dessen Vorwissen ab. Von ihm will ich hier, weil sich sonst keine passende Gelegenheit bietet, zum abschreckenden Beispiel für alle, die ihre Meister verachten, noch mitteilen, daß er kurz darauf am Aussatz gestorben ist.

1: Die Oasis des Jupiter Ammon in der libyschen Wüste.
2: Auf Julian, der 363 im Kriege gegen die Perser gefallen war, folgte Jovian.
3: Paraetonium ist eine Stadt in der westlich von Ägypten gelegenen Küstenlandschaft Marmarica. Strabo 40. 798. 799. 809. 814. 838.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger