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Hieronymus († 420) - Leben des hl. Einsiedlers Hilarion (Vita Hilarii)

17.

Da war ferner ein riesenhafter junger Mann, Marsitas mit Namen, aus der Gegend von Jerusalem. Er bildete sich viel auf seine Körperkraft ein und rühmte sich, fünfzehn Scheffel Getreide längere Zeit hindurch und eine ziemliche Strecke weit forttragen zu können, ja selbst die Esel an Stärke zu übertreffen. Ein schlimmer Geist hatte nun von ihm Besitz genommen, so daß er weder Ketten noch Beinschellen noch Türschlösser ganz ließ. Vielen hatte er Nase und Ohren abgebissen, dem einen die Füße, dem andern die Schenkel entzwei gebrochen. Allen hatte er einen solchen Schrecken vor seiner Person eingeflößt, daß er mit Ketten und Stricken, die nach den verschiedensten Seiten gezogen wurden, reichlich gefesselt wie ein wild [S. 45] gewordener Stier zur Einsiedelei geschleppt wurde. Als die Brüder ihn kommen sahen, erschraken sie über seine ungewöhnlich große Gestalt und machten dem Vater Mitteilung. Dieser hatte sich gerade niedergelassen und ließ ihn vor sich führen und frei machen. Dann sprach er: „Neige dein Haupt und tritt näher". Der Jüngling zitterte, beugte seinen Nacken und wagte nicht, ihm ins Angesicht zu blicken. Alle Wildheit war abgelegt; ja er berührte sogar mit dem Munde die Füße des vor ihm Sitzenden. Der Dämon, der in dem Jüngling Wohnung genommen hatte, wurde durch Beschwörung so bedrängt, daß er am siebten Tage ausfuhr.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger