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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Mahnrede an die Heiden (Protrepticus)
10. Kapitel

94.

1. Dieses Erbe ist durch die ewige Verfügung Gottes, die uns die ewige Gabe schenkt, in unsere Hände gegeben; aber dieser unser liebevoller Vater, unser wahrer Vater, hört nicht auf zu ermahnen, zu warnen, zurechtzuweisen, zu lieben; denn er hört ja auch nicht auf [S. 170] zu erretten und gibt den besten Rat. „Werdet gerecht, spricht der Herr. Ihr, die ihr dürstet, kommet zum Wasser; und ihr alle, die ihr kein Geld habt, kommet und kauft und trinket ohne Geld!“1

2. Zum Bade, zur Erlösung, zur Erleuchtung lädt er ein, indem er beinahe ausdrücklich ruft und sagt: Die Erde gebe ich dir und das Meer, mein Sohn, und den Himmel und alles, was in ihnen lebt, schenke ich dir; nur dürste, mein Sohn, nach dem Vater! Ohne Entgelt wird dir Gott geoffenbart werden; die Wahrheit wird nicht verschachert;2 er gibt dir auch, was fliegt und was schwimmt und was auf der Erde ist.3

3. All dies hat der Vater zu deinem erwünschten Genusse geschaffen. Um Geld wird es kaufen der Unechte, der „ein Sohn des Verderbens“4 ist, der „dem Mammon zu dienen“5 vorgezogen hat; dir aber, dem echten Sohne, meine ich, wendet er dein Eigentum zu, dir, der du den Vater liebst, dir, um dessentwillen er „noch wirkt“,6 dem allein er auch die Verheißung gibt, wenn er sagt: „Und das Land soll nicht zu sicherem Besitz verkauft werden;“ denn es ist nicht für das Verderben bestimmt; „denn mein ist die ganze Erde;“7 sie ist aber auch dein, wenn du dir Gott zu eigen nimmst.

4. Daher verkündigt die Schrift den Gläubigen mit Recht die frohe Botschaft: „Die Heiligen des Herrn werden die Herrlichkeit Gottes und seine Macht erben.“ Welche Herrlichkeit, du Seliger? Sage es mir! Eine Herrlichkeit, „die kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und die in keines Menschen Herz gekommen ist; und sie werden sich an dem Königreich ihres Herrn in alle Ewigkeit freuen. Amen.“8

1: Is. 54, 17; 55, 1.
2: Vgl. 2 Kor. 2, 17.
3: Vgl. Gen. 1, 28.
4: Vgl. Joh. 17, 12; 2 Thess. 2, 3.
5: Vgl. Matth. 6, 24; Luk. 16, 13.
6: Vgl. Joh. 5, 17.
7: Lev. 25, 23. Der Zusatz πᾶσα zu ἡ γῆ steht auch bei Philon, De Cherubim 108. 119.
8: Die ganze Stelle stammt wahrscheinlich aus der apokryphen Eliasapokalypse, aus der nach Origenes, Comment. zu Matth, 27, 9, S. 250, 5 f. Klostermann, das hierin enthaltene [S. 171] Wort 1 Kor. 2, 9 entnommen ist; vgl. E. Schürer, Gesch. d. jüd. Volkes 4. Aufl. III S. 365.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger