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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Mahnrede an die Heiden (Protrepticus)

2. Kapitel

11.

1.1 Kümmert euch also nicht um die gottlosen Heiligtümer, nicht um die Öffnungen der Klüfte, voll von Zauberei, oder um den Thesprotischen Kessel oder den Dreifuß von Kirrha oder das Erzbecken von Dodona! Überlaßt den veralteten Sagen das im Sand der Wüste verehrte Gerandryon [die heilige Eiche]2 und das Orakel dort, das samt seiner Eiche kraftlos geworden ist! Verstummt ist jetzt die Quelle Kastalia und ebenso die Quelle von Kolophon; und die übrigen wahrsagenden Wasser sind in gleicher Weise versiegt und, [S. 83] wenn auch spät, so doch endlich als ihres eitlen Ruhmes bar erwiesen, nachdem sich ihr Wasser samt den damit verbundenen Sagen verlaufen hat.

2. Zähle uns auch des sonstigen Wahrsagens [μαντικῆς], vielmehr Wahnsinns [μανικῆς] wertlose Orakelstätten [ἄχρηστα χρηστήρια] auf: den Klarios, den Pythios, den Didymeus,3 den Amphiareos, den Apollon[?], den Amphilochos;4 und wenn du willst, so beraube wie jene ihrer Verehrung auch die Zeichenseher und Vogelschauer und Traumdeuter! Außerdem hole herbei und stelle neben den Pythios jene, die aus Weizen und Gerste wahrsagen, und die bei der Menge auch jetzt noch verehrten Bauchredner! Ebenso sollen die Heiligtümer der Ägypter und die Totenbeschwörungen der Tyrrhener dem Dunkel der Vergessenheit überliefert werden.

3. Das sind wahrlich wahnwitzige Sophistenschulen für ungläubige Menschen und Spielhöllen voll von vollendetem Irrwahn. Gehilfen dieses Schwindels sind auch die zum Wahrsagen abgerichteten Ziegen und Krähen, die von Menschen gelehrt wurden, Menschen die Zukunft zu prophezeien.

1: 11 1–23, 2 sind angeführt von Eusebios, Praep. evang. II 3, 1—42; vgl Maaß, Orpheus S. 89–92.
2: Vgl. Zenob. VI 5.
3: Beinamen des Apollon.
4: Vgl. Arnob. Adv. nat. I 26; Amphilochos war der Sohn des Amphiareos; vgl. Hom. Od. 15, 248.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger