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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Mahnrede an die Heiden (Protrepticus)
1. Kapitel

5.

1. Dieser gab auch dem All eine harmonische Ordnung und stimmte den Mißklang der Elemente zu geordnetem Wohlklang, damit die ganze Welt ihm zur Harmonie werde;1 und das Meer ließ er ungefesselt, verbot ihm aber, das Land zu überfluten; und wiederum legte er die Erde, die frei umhertrieb, vor festen Anker und machte sie zur starken Grenze des Meeres;2 ja auch des Feuers Ungestüm milderte er durch Luft, indem er gleichsam dorische und lydische Melodie vermischte; und die rauhe Kälte der Luft linderte er durch die Beifügung des Feuers, indem er so diese äußersten Töne des Alls harmonisch verband.

2. Und dieses reine Lied, die feste Grundlage des Alls3 und die Harmonie der Welt, die sich von der Mitte bis an die Enden und von den äußersten Grenzen bis in die Mitte erstreckt, hat dieses All harmonisch gemacht, nicht nach Art der Musik des Thrakers, die der des Jubal4 ähnlich ist, sondern nach dem väterlichen Willen Gottes, den David zu erfüllen bestrebt war.

3. Der göttliche Logos aber, der von David stammt und doch vor ihm war, verschmähte Lyra und Harfe, die leblosen Instrumente, erfüllte durch den Heiligen Geist diese Welt und dazu auch die Welt im Kleinen, den Menschen,5 seine Seele und seinen Leib, mit [S. 76] Harmonie und preist Gott mit diesem vielstimmigen Instrument und singt zu dem Instrument, dem Menschen. „Denn du bist mir Harfe und Flöte und Tempel“,6 Harfe wegen der Harmonie, Flöte wegen des Geistes, Tempel wegen des Logos, damit die Harmonie die Harfe schlage, der Geist die Flöte blase, der Tempel den Herrn aufnehme.

4. Ja, der König David, der Harfenspieler, den wir soeben erwähnten, ermahnte zur Wahrheit, mahnte ab vom Götzendienst und war weit davon entfernt, die Dämonen zu besingen, die er vielmehr durch wahre Musik verscheuchte, wie er auch allein durch seinen Gesang den Saul heilte,7 als er von jenen besessen war. Zu einem schönen, von Geist erfüllten Instrument hat der Herr den Menschen gemacht nach seinem Bilde;8 denn auch er selbst ist ein melodisches und heiliges Instrument Gottes voll Harmonie, überweltliche Weisheit, himmlischer Logos.

1: Vgl. Philon, De plant. 3.
2: Vgl. Gen. 1, 9 f.; Iob 38, 8—11.
3: Vgl. Philon, De plant. 8.
4: Vgl. Gen. 4, 21.
5: Vgl. Methodios, De res. II 10, 2 S. 350, 11 f. Bonw.
6: Zitat unbekannter Herkunft.
7: Vgl. 1 Kön. 16, 23.
8: Vgl. Gen. 1, 27.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger