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Athanasius (295-373) - Gegen die Heiden (Contra Gentes)

44.

Denn auf den Wink und durch die Macht des Herrn und Lenkers aller Dinge, des göttlichen und väterlichen Logos, dreht sich der Himmel, bewegen sich die Sterne, scheint die Sonne, wandelt der Mond seine Bahn und empfängt die Luft von der Sonne das Licht, wird erwärmt der Äther, wehen die Winde, ragen empor die Berge, wogt das Meer, finden die Tiere darin ihre Nahrung, bringt das unbeweglich verharrende Land Früchte hervor, entsteht der Mensch, lebt und stirbt wieder, erhält kurz alles Leben und Bewegung, brennt das Feuer, kühlt das Wasser, sprudeln die Quellen, fluten über die Flüsse, gibt es Zeitperioden und Jahreszeiten, fallen die Regengüsse, füllen sich Wolken, entsteht der Hagel, bildet sich Schnee und Eis, fliegen die Vögel, kriechen die Reptilien, schwimmen die Wassertiere, wird das Meer befahren, das Land besäet und sproßt zu seiner Zeit, wachsen die Pflanzen, keimen die einen, reifen die anderen, altern und welken die, welche aufgewachsen sind, verschwinden die einen, entstehen und kommen die anderen. All das aber und noch mehr als das, was wir bei der großen Fülle nicht namhaft machen können, empfängt Licht und Leben vom wundertätigen und wunderbaren Logos Gottes. Mit einem Wink bewegt und ordnet er es und bringt so eine Welt zustande, ohne dabei die unsichtbaren Mächte aus seinem Bereich auszuschließen. Denn auch diese begreift er, weil er ja auch ihr Schöpfer ist, in das große Ganze mit ein, hält und belebt sie durch seinen Wink und seine Vorsehung. Zu einem Dementi dessen hat man wohl nichts zur Hand. Denn wie die Körper seiner Vorsehung ihr Wachstum verdanken, die vernünftige Seele in Tätigkeit tritt und die Fähigkeit zu denken und zu leben hat — das braucht nicht erst lange bewiesen zu werden; wir [S. 596] sehen es ja vor Augen —, so bewegt und erhält wieder der Logos Gottes mit einem bloßen Wink und seiner Macht die sichtbare Welt wie die unsichtbaren Gewalten und gibt einem jeden seine eigene Energie, so daß sich die göttlichen Dinge mehr göttlich bewegen, das Sichtbare aber so, wie man es auch gewahrt. Er aber, Herr und König über alles und Urquell aller Dinge, wirkt alles zur Ehre und Erkenntnis seines Vaters und lehrt und verkündet geradezu durch seine Werke: "Aus der Größe und Schönheit der geschaffenen Welt wird vergleichsweise deren Schöpfer erkannt"1.

1: Weish. 13, 5.

 

 

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Einleitung zu "Gegen die Heiden" und "Über die Menschwerdung"
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger