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Athanasius (295-373) - Gegen die Heiden (Contra Gentes)

24.

Diese Tatsache ist aber ein nicht unwesentlicher Beweis für einen wirklichen Atheismus derselben. Denn wenn es verschiedene und viele Götter in Stadt und Land gibt, und der eine den Gott des anderen aufhebt, so werden alle von allen verworfen. Die vermeintlichen Götter der einen werden Opfer und Spenden für die sogenannten Götter der anderen; und umgekehrt sind die Opfergaben der anderen die Götter der ersteren. Die Ägypter verehren das Rind und (speziell) den Apis, einen Stier, andere opfern ihn dem Zeus. Wohl opfern sie nicht gerade die, die sie (zur Anbetung) exponiert haben; aber, wenn sie ihresgleichen opfern, tun sie doch augenscheinlich dasselbe. Die Libyer haben einen Widder, den sogenannten Ammon, zum Gott, und dieser wird von anderen mit Vorliebe1 zum Opfer gebracht. Die Inder verehren den Dionys, der ihnen symbolische Bezeichnung für Wein ist, den andere anderen Göttern spenden. Wieder andere verehren besonders Flüsse und Quellen, und ganz besonders die Ägypter das Wasser und nennen sie Götter. Gleichwohl waschen andere und selbst die diesem Götzendienst ergebenen Ägypter fremden und eigenen Schmutz mit Wasser ab und schütten den Rest ungeniert aus. Ja, fast die ganze Götterschaft der Ägypter gibt für die Götter der anderen die Opfergabe ab, so daß sie eben jenen zum Gespötte sind, weil sie nicht Götter göttlich verehren, sondern Dinge, die bei anderen und gar bei ihnen selbst als Sühn- und Schlachtopfer dienen.

1: πολλοῖς : vielen = mit Vorliebe.

 

 

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Einleitung zu "Gegen die Heiden" und "Über die Menschwerdung"
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger