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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).
Drittes Buch
XII. Kapitel

90.

1. Allerdings ist er auch ganz damit einverstanden, wenn ein Mann eine einzige Frau hat,1 mag er nun ein Presbyter oder ein Diakon oder ein Laie sein, wenn er nur seine Ehe tadellos2 führt. "Er wird aber durch Kinderzeugen gerettet werden."3

2. Wenn andererseits der Heiland die Juden "ein böses und ehebrecherisches Geschlecht"4 nennt, so will er damit lehren, daß sie das Gesetz nicht verstanden haben, wie das Gesetz es will, sondern "der Überlieferung der Ältesten und Menschensatzungen"5 folgten und dadurch Ehebrecher an dem Gesetz wurden, das sie nicht als "ihren Mann und Herrn über ihre Jungfrauschaft"6 angenommen hatten.

3. Vielleicht weiß er aber auch, daß sie fremden Begierden unterworfen waren, derentwegen sie auch unausgesetzt den Sünden dienten und an die Fremdstämmigen verkauft wurden;7 denn bei den Juden waren keine öffentlichen Dirnen aufgestellt, vielmehr war auch der Ehebruch verboten.

4. Jener aber, der sagte: "Ich habe ein Weib geheiratet und kann nicht kommen",8 nämlich zum göttlichen Mahle, war ein Beispiel zur Warnung für die, die wegen ihrer Lüste vom göttlichen Gebot abfallen. Denn aus diesem Grunde würden sonst weder die Gerechten vor der Erscheinung des Herrn noch diejenigen, die nach der Erscheinung geheiratet haben, selbst wenn sie Apostel wären, gerettet werden.

5. Und wenn sie wieder jenes vorbringen, daß auch der Prophet sagt: "Ich bin alt geworden [S. 313] unter allen meinen Feinden",9 so sollen sie unter den Feinden die Sünden verstehen; eine von den Sünden aber ist, nicht die Ehe, sondern die Unzucht; denn sonst müßten sie auch die Geburt eine Sünde nennen und ebenso den Schöpfer der Geburt.

1: Vgl.Tim 3,2.12; Tit 1,6.
2: 1 Tim 3,2.
3: Ebd. 2,15; der hier von der Frau gesagte Satz ist von Clemens auf den Mann übertragen.
4: Mt 12,39.
5: Vgl. ebd. 15,2.9 (Mk 7,5.7).
6: Vgl. Jer 3,4 (Ekkli [Sir] 15,2).
7: Vgl. Strom. II 144,4 m. Anm.
8: Lk 14,20.
9: Ps 6,8.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger