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Theodoret von Cyrus († 466) - Kirchengeschichte (Historia ecclesiastica)
Fünftes Buch [378—428]

5. Der Feldzug des Theodosius

In jener Zeit stand Theodosius sowohl wegen des Adels seiner Ahnen als auch wegen seiner eigenen Tüchtigkeit in hohem Ansehen, wurde daher vom Neide seiner Standesgenossen und Verwandten verfolgt und hielt sich eben deshalb in Spanien auf, wo er geboren und erzogen worden war. Da nun der Kaiser in Verlegenheit war, was er tun solle, weil die durch den Sieg übermütig gewordenen Barbaren in Wirklichkeit und auch nach seinem Urteil schwer zu bekämpfen waren, so erhoffte er von der Übertragung des Oberbefehls an Theodosius eine Befreiung aus der schlimmen Lage. Sofort ließ er den Mann aus Spanien herbeiholen, ernannte ihn zum Feldherrn und schickte ihn mit dem gesammelten Heere ab. Dieser zog, gestützt auf den Glauben, mutig aus, rückte in Thracien ein und stellte, als er die Barbaren heranmarschieren sah, sein Heer wie zur Schlacht auf. Es erfolgte ein Zusammenstoß; die Barbaren konnten dem Ansturm nicht Stand halten, verließen die Schlachtordnung und wandten sich zur Flucht; wie sie aber flohen, setzten ihnen die anderen mit aller Gewalt nach. Es entstand ein großes Gemetzel unter den Barbaren, da sie nicht nur von den Römern niedergemacht wurden, sondern sich auch selbst gegenseitig hinmordeten. Nachdem so die meisten umgekommen waren und nur wenige, die sich hatten verstecken können, über die Donau zurückgegangen waren, verteilte der vortreffliche Feldherr sofort sein Heer in die nahegelegenen Städte, er selbst aber eilte so schnell als möglich zum Kaiser Gratian, um ihm seinen Sieg zu melden. Aber selbst dem Kaiser schien sein Bericht nicht glaubwürdig, so sehr war derselbe erstaunt über das Geschehene, [S. 269] zumal da auch seine Gegner, vom Stachel des Neides getrieben, behaupteten, er sei geflohen und habe sein Heer vollständig zugrunde gerichtet. Theodosius verlangte daher, daß seine Gegner abgesandt werden sollten, um selbst die Menge der getöteten Barbaren sich anzusehen. Leicht, sagte er, könne man auch aus der Beute auf die Zahl (der gefallenen Feinde) schließen. Der Kaiser ging denn auch auf diesen Vorschlag ein und schickte Boten ab, welche das Geschehene untersuchen und darüber Bericht erstatten sollten.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger