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Theodoret von Cyrus († 466) - Kirchengeschichte (Historia ecclesiastica)
Erstes Buch [323—337]

34. Das Ende des Kaisers

Der Kaiser ging also in ein besseres Reich hinüber. Die Statthalter und Feldherrn und die übrigen alle legten ihn in einen goldenen Sarg und brachten ihn nach Konstantinopel, während das ganze Heer vorausging und nachfolgte und seinen Verlust bitter beklagte; denn sie hatten ihn alle als einen gütigen Vater kennen gelernt. Welch großer Ehre aber sein Leichnam teilhaftig wurde und wie lange er im kaiserlichen Palaste verblieb, da die Beamten die Ankunft seines Sohnes1 erwarteten, dieses zu beschreiben halte ich für überflüssig, weil andere es bereits dargestellt haben2. Man kann dieses leicht nachlesen und daraus ersehen, wie sehr der Lenker aller Dinge seine treuen Diener ehrt. Wenn aber jemand diesen nicht glauben will, so möge er sich ansehen, was jetzt bei seinem Grabe und seiner Bildsäule geschieht3 und möge dann glauben den [S. 90] Berichten und dem Herrn, der da sagt: „Wer mich ehrt, den werde ich ehren, und wer mich verachtet, der wird verachtet werden4.“ Zweites Buch (337—361)


1: Bei der Beisetzung der Leiche des Kaisers war von seinen drei Söhnen nur der zweite, Konstantius, zugegen. Euseb. Vit. Const. IV, 70.
2: Vgl. Euseb. Vit. Const. IV, 65—75. Sokrates Hist. eccl. I. 40 (Migne, ser. gr. 67, 180). Sozomenus Hist. eccl. II, 34 (Migne, I. c. 67. 1032).
3: Wie Philostorgius in seiner Kirchengeschichte berichtet (Exzerpt II. 17 bei Photius, Migne, 65, 479), beschuldigte Julian der Abtrünnige die Christen, daß sie die auf der Porphyrsäule befindliche Statue Konstantins durch Opfer, Lichter und Weihrauch verehrten, zu ihm wie zu einem Gott beteten und [S. 90] flehentliche Bitten um Abwehr von Übeln an ihn richteten. — Daß der Statue des Konstantin Opfer dargebracht wurden, ist sicher nur eine der Polemik dienende Entstellung der hohen Verehrung, die von seiten der Christen dem ersten christlichen Kaiser gezollt wurde. Geschichtlich erwiesen ist nur, daß man den Kaiser nach seinem Tode vielfach wie einen Heiligen verehrte und ihn auch, wie es scheint, um seine Fürsprache bei Gott anflehte. —Verschieden von der eben genannten Statue Konstantins auf der Porphyrsäule war eine andere Statue desselben Kaisers, welche in der rechten Hand die Göttin des Glücks der Stadt Konstantinopel trug und nur einmal im Jahre, am Gründungstag der Stadt, am 11. Mai, mit großer Feierlichkeit auf den Stadtplatz gebracht und dort von Kaiser und Volk verehrt wurde. Vgl. die Anm. des Valesius zu dem Bericht des Philostorgius a. a. O.
4: 1 Kön. 2, 80.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger