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Theodoret von Cyrus († 466) - Kirchengeschichte (Historia ecclesiastica)
Erstes Buch [323—337]

28. Neue Verfolgungen des Athanasius

Indessen wurden die Ruchlosen auch durch diesen Mißerfolg nicht beschämt und zur Umkehr bewogen; sie ersannen vielmehr eine neue Freveltat, dergleichen noch keiner der alten Tragödien- oder Komödiendichter je ausgedacht hat. Sie warben nämlich neuerdings [S. 82] Ankläger aus derselben Partei und sandten sie zum Kaiser mit der bestimmten Behauptung, der gewandte Verteidiger der Tugend habe viele unaussprechliche Missetaten zu verüben gewagt. Als Führer dienten ihnen Eusebius, Theogonius und Theodor von Perinth (Perinth heißt jetzt Heraklea), welche erklärten, solche Dinge seien nicht zu ertragen, ja nicht einmal anzuhören. Sie redeten dem Kaiser zu, in Cäsarea in Palästina, wo die Übelgesinnten in der Mehrheit waren, eine Synode zu versammeln und dort über den Athanasius aburteilen zu lassen. Der Kaiser folgte ihnen als Bischöfen, denn von ihren hinterlistigen Absichten hatte er keine Ahnung, und gab den Befehl, daß es so geschehe. Doch der heilige Athanasius, der die schlimme Gesinnung der Richter durchschaute, kam nicht zu der Versammlung. Daraus entnahmen sie nun noch weiteren Anlaß zu falschen Anschuldigungen; und nachdem sie den Kampf gegen die Wahrheit einmal begonnen hatten, klagten sie ihn zu den sonstigen Verbrechen auch noch der Herrschsucht und Widersetzlichkeit an. Und sie sahen sich in ihrer Hoffnung durchaus nicht getäuscht. Denn der sonst so sanftmütige Kaiser wurde durch ihre Aussagen so erbittert, daß er an Athanasius ein Schreiben richtete, worin er seinem Unwillen Ausdruck verlieh und ihm befahl, nach Tyrus zu kommen. Dorthin hatte er nämlich inzwischen die Synode verlegt, da er nach meinem Dafürhalten vermutete, Cäsarea möchte dem Athanasius wegen des dortigen Bischofs von vornherein verdächtig sein. Er richtete aber auch an die Synode ein Schreiben, wie es für einen durch Frömmigkeit und Rechtgläubigkeit ausgezeichneten Mann geziemend war. Es lautet folgendermaßen.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger