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Cyprian von Karthago († 258) - Über die Einheit der katholischen Kirche (De catholicae ecclesiae unitate)

Schluss

Kap. 23. Wenn daher die Urheber des Abfalls sich nicht bekehren lassen, so sollen doch wenigstens die von ihnen Verführten durch ihre Rückkehr in den Schoß der Kirche die Einheit wiederherstellen.

Mein Wunsch geht nun zwar, geliebteste Brüder, ebenso wie meine Sorge und meine Mahnung dahin, daß wo möglich keiner von den Brüdern zugrunde gehe und daß die Mutter den einen Leib des einmütigen Volkes freudig in ihren Schoß einschließe. Wenn jedoch mein heilsamer Rat einige Führer der Spaltungen und Urheber des Abfalls, die in ihrem blinden und hartnäckigen Wahnsinn verharren, nicht auf den Weg des Heils zurückzurufen vermag, so machet doch wenigstens ihr anderen euch frei von den Schlingen des Truges, die ihr euch in eurer Einfalt habt fangen oder von Irrtum euch habt verleiten oder durch irgendwelche Ränke trügerischer Arglist euch habt hintergehen lassen! Lenket eure irrenden Schritte zurück von den Abwegen und erkennet den rechten Pfad, der zum Himmel führt! Das bekräftigt der Apostel mit dem Worte: "Wir gebieten euch im Namen des Herrn Jesu Christi, daß ihr euch von allen Brüdern zurückzieht, die unordentlich wandeln und nicht nach der Überlieferung, die sie von uns empfangen haben"1 . Und wiederum sagt er: "Niemand täusche euch mit nichtigen Worten; denn deshalb kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Ungehorsams. Werdet also nicht ihre Genossen!"2 Zurückziehen muß man sich von den Sündern oder vielmehr sich vor ihnen flüchten, sonst irrt man ab von der Bahn des richtigen Weges und macht sich selbst des gleichen Verbrechens schuldig, indem man sich Leuten zugesellt, die einen schlechten Wandel führen, und auf den Wegen des Irrtums und Verbrechens dahinschreitet. Nur einen Gott gibt es und nur einen Christus, nur eine Kirche und nur einen Glauben und nur ein Volk, das durch den Kitt der Eintracht zu einem festen, einheitlichen Körper verbunden ist. Diese Einheit läßt sich nicht spalten, und der eine Leib kann durch eine gewaltsame Trennung seines festen Gefüges nicht geteilt, kann durch das Zerreißen und Zerfleischen seines Inneren nicht zerstückelt werden. Was immer vom Mutterleib sich trennt, das kann für sich gesondert nicht leben und atmen, das verliert die Möglichkeit des Heils3 .

1: 2 Thess. 3, 6.
2: Ephes. 5, 6 f.
3: wörtlicher: "Die Grundlage des Heils."

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger