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Cyprian von Karthago († 258) - Über die Haltung der Jungfrauen (De habitu virginum)

Hauptteil III

Kap. 18. Auch andere schlimme Gewohnheiten, wie die Teilnahme an ausgelassenen Hochzeitsgelagen, haben sich eingeschlichen, die sich mit den Forderungen jungfräulicher Keuschheit nicht vereinbaren lassen.

Nachdem wir einmal den Segen der Enthaltsamkeit anstreben, so laßt uns auch alles Verderbliche und Schädliche meiden! Auch solche Mißstände will ich nicht übergehen, die aus Unachtsamkeit zur Gewohnheit werden und sich so im Widerspruch mit den züchtigen und ehrbaren Sitten infolge der Gewöhnung immer mehr breit gemacht haben. Manche Jungfrauen schämen sich nicht, an Hochzeiten teilzunehmen und bei der hier üblichen freien und zügellosen Unterhaltung sich in unkeusche Gespräche einzulassen, Unziemliches zu hören, Unerlaubtes zu sagen, achtzugeben und zugegen zu bleiben bei schändlichen Reden und trunkenen Gelagen, bei denen der Funke der Wollust entfacht und die Braut zur Unzucht verführt, der Bräutigam zu kecker Dreistigkeit ermutigt wird. Was hat die bei einer Hochzeit zu suchen, die selbst gar nicht vor hat, zu heiraten, oder was kann ihr dort Vergnügen und Freude machen, wo ganz andere Neigungen und Wünsche herrschen? Was lernt, was sieht man dort? Wie sehr wird da eine Jungfrau ihrem Vorsatze untreu! Wieviel unzüchtiger ist sie beim Abschied, die als eine Züchtige gekommen war! Mag sie auch dem Leibe und der Gesinnung nach eine Jungfrau bleiben, mit den Augen, mit den Ohren, mit der Zunge hat sie das herabgemindert, was sie hatte.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger