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Cyprian von Karthago († 258) - An Quirinus: Drei Bücher Schriftbeweise (Testimoniorum libri tres ad Quirinum; Vorrede und Leitsätze)

DRITTES BUCH.

Vorrede.

Cyprian grüßt seinen Sohn Quirinus. In dem Glauben und der Ergebenheit, die du Gott entgegenbringst, hast du, teuerster Sohn, mich gebeten, ich möchte zu deiner Belehrung aus den heiligen Schriften einige Abschnitte auswählen, die sich auf die Zucht unserer Religion beziehen. Dabei ist es dir um einen kurzen, sorgfältigen Abriß der göttlichen Schriften zu tun, damit dein Gott ergebener Sinn nicht erst durch lange und zahlreiche Schriftbände ermüdet, sondern durch einen Auszug aus den himmlischen Geboten unterwiesen wird und eine heilsame und großzügige Zusammenfassung zur Erleichterung für das Gedächtnis hat. Und weil ich dir liebevolles Entgegenkommen schulde, so habe ich deine Bitte erfüllt und habe mich einmal abgemüht, damit du nicht stets dich abzumühen hast. Soviel also unsere schwache Kraft zusammenzufassen vermochte, sind von mir einige göttliche Lehren und Vorschriften des Herrn gesammelt worden, die vielleicht dem Leser bequem und von Nutzen sind, indem er die wenigen, auf engen Raum zusammengedrängten Anleitungen rasch durchlesen, aber auch häufig wiederholen kann.

Ich wünsche dir, teuerster Sohn, stetes Wohlergehen!

Leitsätze.

1. Von dem Wert der guten Werke und der Barmherzigkeit.

2. Bei guten Werken und Almosen genügt schon der gute Wille, wenn auch infolge der schwachen Kräfte zu wenig getan wird.

3. Liebe und brüderliche Zuneigung muß fromm und standhaft geübt werden.

4. Mit nichts darf man sich rühmen, denn nichts ist unser.

5. Demut und Ruhe ist in allen Dingen zu beobachten.

6. Alle Guten und Gerechten haben mehr zu leiden, aber sie müssen es ertragen, weil sie geprüft werden.

7. Den Heiligen Geist, den wir empfangen haben, dürfen wir nicht betrüben.

8. Der Jähzorn muß besiegt werden, damit er uns nicht zu sündigen nötigt.

9. Die Brüder sollen sich gegenseitig unterstützen.

10. Auf Gott allein müssen wir vertrauen, und in ihm müssen wir uns rühmen.

11. Wer zum Glauben gelangt ist und den alten Menschen abgelegt hat, darf nur an das Himmlische und Geistliche denken und nicht auf die Welt achten, der er bereits entsagt hat.

12. Man darf nicht schwören.

13. Man darf nicht fluchen.

14. Man darf niemals murren, sondern muß in allem, was da kommt, Gott preisen.

15. Die Menschen werden deshalb von Gott versucht, damit sie erprobt werden.

16. Von dem Segen des Märtyrertums.

17. Was wir in der Welt erleiden, ist geringer als der Lohn, der uns verheißen ist.

18. Die Liebe zu Gott und Christus muß uns über alles gehen.

19. Nicht unserem, sondern Gottes Willen haben wir zu gehorchen.

20. Die Grundlage und Stütze der Hoffnung und des Glaubens ist die Furcht.

21. Man darf nicht leichtfertig über den Nächsten urteilen.

22. Wenn man Unrecht erlitten hat, muß man verzeihen und vergeben.

23. Böses darf man nicht mit Bösem vergelten.

24. Es ist unmöglich, zum Vater zu kommen außer durch Christus.

25. Zu dem Reiche Gottes kann einer nicht gelangen, wenn er nicht getauft und wiedergeboren ist.

26. Es genügt noch nicht, sich taufen zu lassen und die Eucharistie zu empfangen, wenn man nicht in Taten und Werken fortschreitet.

27. Auch der Getaufte geht der Gnade, die er erlangt hat, verlustig, wenn er nicht die Unschuld bewahrt.

28. Wer gegen Gott sich versündigt hat, kann in der Kirche keine Vergebung erlangen.

29. Der Haß gegen den [christlichen] Namen ist schon im voraus geweissagt.

30. Was einer Gott gelobt hat, muß er schnell einlösen.

31. Wer nicht glaubt, ist schon gerichtet.

32. Von dem Segen der Jungfräulichkeit und Enthaltsamkeit.

33. Der Vater richtet nichts, sondern der Sohn, und der Vater wird von dem nicht geehrt, der den Sohn nicht ehrt.

34. Der Gläubige darf nicht heidnisch leben.

35. Gott ist deshalb geduldig, damit wir unsere Sünde bereuen und uns bessern.

36. Ein Weib soll sich nicht auf weltliche Art schmücken.

37. Der Gläubige darf wegen keiner anderen Vergehen sich Strafe zuziehen außer um seines Namens willen.

38. Der Diener Gottes muß unschuldig sein, damit er nicht in weltliche Strafe verfällt.

39. Das Vorbild für unser Leben ist uns in Christus gegeben.

40. Man darf nicht prahlerisch oder geräuschvoll sein bei seinen guten Werken.

41. Man darf nicht töricht und albern reden.

42. Der Glaube nützt in allem, und wir vermögen so viel, als wir glauben.

43. Wer wahrhaft glaubt, der kann sofort [die Taufe] erlangen.

44. Wenn Gläubige miteinander in Streit liegen, dürfen sie keinen heidnischen Richter anrufen.

45. Die Hoffnung beruht auf der Zukunft, und deshalb muß der Glaube bezüglich dessen, was verheißen ist, geduldig sein.

46. Ein Weib hat in der Kirche zu schweigen.

47 Durch unsere Sünde und unsere Schuld kommt es, daß wir zu leiden haben und Gottes Hilfe nicht in allem fühlen.

48. Man darf nicht Wuchergeschäfte treiben.

49 Auch die Feinde muß man lieben.

50. Das heilige Geheimnis des Glaubens darf nicht entweiht werden.

51. Niemand soll sich seiner guten Werke wegen überheben.

52. Die Entscheidung zwischen Glauben und Unglauben ist vom freien Willen abhängig.

53. Gottes Geheimnisse lassen sich nicht durchdringen, und deshalb muß unser Glaube einfältig sein.

54. Niemand ist ohne Schmutz und ohne Sünde.

55. Nicht den Menschen, sondern Gott gilt es zu gefallen.

56. Gott bleibt nichts von all dem verborgen, was geschieht.

57. Der Gläubige wird gebessert und aufbewahrt.

58. Niemand darf sich über den Tod betrüben, denn das Leben bringt nur Mühe und Gefahr, das Sterben aber den Frieden und die Gewißheit der Auferstehung.

59. Von den Götzen, in denen die Heiden Götter sehen.

60. Allzu großes Verlangen nach Essen [und Trinken] ist verwerflich.

61. Das Verlangen nach Besitz und das Geld ist verwerflich.

62. Mit Heiden darf man keine Ehe schließen.

63. Besonders schwer ist die Sünde der Hurerei.

64. Von den fleischlichen Dingen, die den Tod bringen, und den geistlichen, die zum Leben führen.

65. Alle Sünden werden in der Taufe abgelegt.

66. Die Zucht Gottes ist in den kirchlichen Geboten zu beobachten.

67. Es ist vorausgesagt, daß die gesunde Zucht werde verachtet werden.

68. Von einem, der unordentlich und zuchtwidrig lebt, muß man sich zurückziehen.

69. Nicht in der Weisheit der Welt oder in der Beredsamkeit liegt das Reich Gottes, sondern in dem Glauben an das Kreuz und in einem tugendhaften Wandel.

70. Den Eltern ist man Gehorsam schuldig.

71. Auch die Väter dürfen nicht schroff sein gegen ihre Kinder.

72. Sklaven, die gläubig geworden sind, müssen nur um so mehr ihren fleischlichen Herren dienen.

73. Auch die Herren müssen milder sein.

74. Allen bewährten Witwen gebührt Ehre.

75. Jeder muß auf seine Angehörigen und vor allem auf die Gläubigen ganz besonders acht geben.

76. Einen Älteren darf man nicht leichtfertig anklagen.

77. Der Sünder verdient öffentliche Rüge.

78. Mit Ketzern darf man nicht sprechen.

79. Der Unschuldige bittet vertrauensvoll und wird erhört.

80. Der Teufel hat keine Gewalt über den Menschen, wenn nicht Gott sie ihm läßt.

81. Dem Tagelöhner ist sein Lohn sofort auszuzahlen.

82. Man darf nicht Vogelschau treiben.

83. Man darf keine Haarlocken tragen.

84. Man darf sich nicht den Bart abnehmen.

85. Man muß aufstehen, wenn ein Bischof oder Presbyter kommt.

86. Eine Spaltung darf nicht eintreten, selbst wenn derjenige, der sich trennt, bei dem einen Glauben und bei derselben Überlieferung verbleibt.

87. Die Gläubigen müssen einfältig und zugleich klug sein.

88. Seinen Bruder darf man nicht übervorteilen.

89. Das Ende der Welt kommt ganz plötzlich.

90. Die Frau soll sich nicht von ihrem Manne trennen, oder wenn sie sich getrennt hat, soll sie unvermählt bleiben.

91. Jeder wird nur soviel versucht, als er ertragen kann.

92. Man darf nicht alles tun, was erlaubt ist.

93. Es ist vorausgesagt, daß Ketzereien entstehen werden.

94. Mit Furcht und Ehrerbietung muß man die Eucharistie empfangen.

95. Mit den Guten soll man zusammenleben, die Schlechten aber meiden.

96. In Werken, nicht in Worten sollen wir uns betätigen.

97. Dem Glauben und dem Empfang [der Taufe] gilt es zuzueilen.

98. Der Katechumene darf nicht mehr sündigen.

99. Das Gericht wird den Zeiten entsprechen, ein Gericht der Billigkeit vor dem Gesetze oder des Gesetzes seit Moses.

100. Die Gnade Gottes muß unentgeltlich sein.

101. Der Heilige Geist ist häufig im Feuer erschienen.

102. Alle Guten sollen den Tadel willig anhören.

103. Vor Vielrederei soll man sich hüten.

104. Man darf nicht lügen.

105. Häufig soll man die zurechtweisen, die im häuslichen Dienste sich verfehlen.

106. Hat man Unrecht erlitten, so soll man Geduld bewahren und Gott die Rache überlassen.

107. Man soll nicht verleumden.

108. Dem Nächsten darf man nicht nachstellen.

109. Die Kranken soll man besuchen.

110. Die Zuträger sind verflucht.

111. Die Opfer der Bösen sind nicht angenehm.

112. Besonders schwer werden die gerichtet, die in der Welt größere Macht hatten.

113. Die Witwen und Waisen muß man schützen.

114. Solange einer noch im Fleische ist, muß er seine Sünden bekennen.

115. Schmeichelei ist verderblich.

116. Gott wird von dem mehr geliebt, dem in der Taufe mehr Sünden vergeben werden.

117. Heiß ist der Kampf gegen den Teufel, und deshalb müssen wir fest stehen, damit wir siegen können.

118. Von dem Antichrist, der in Menschengestalt kommt.

119. Schwer war das Joch des Gesetzes, das von uns abgeworfen ist, und leicht ist das Joch des Herrn, das wir auf uns genommen haben.

120. Fleißiges Gebet tut not.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger