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Cyprian von Karthago († 258) - An Fortunatus (Ad Fortunatum, Vorrede und Leitsätze)

5.

Wollen wir also unsere Brüder ermuntern und vorbereiten, wollen wir sie in der Festigkeit der Tugend und des Glaubens wappnen für das offene Bekenntnis zu dem Herrn und für den Kampf in Verfolgung und Leiden, so müssen wir vor allem feststellen:

1. Die Götzen, die der Mensch sich fertigt, sind keine Götter — denn weder ist das, was geschaffen wird, größer als sein Schöpfer und Meister, noch können sie irgend jemand schützen und behüten, die selbst aus ihren Tempeln verschwinden, wenn nicht der Mensch sie behütet —, aber auch die Elemente dürfen nicht verehrt werden, die nach der Bestimmung und dem Gebote Gottes dem Menschen dienstbar sind.

2. Sind sodann die Götzen gestürzt und ist das Wesen der Elemente dargelegt, so gilt es zu zeigen, daß Gott allein verehrt werden muß.

3. Danach ist noch anzuführen, was Gott denen androht, die den Götzen opfern.

4. Außerdem haben wir nachzuweisen, daß Gott Götzendienern nicht leicht verzeiht

5. und daß Gott über den Götzendienst so empört ist, daß er befohlen hat, auch die zu töten, die dazu geraten haben, den Götzen zu opfern und zu dienen.

6. Hierauf müssen wir noch beifügen, daß wir, die durch Christi Blut erlöst und zum Leben erweckt sind, nichts über Christus stellen dürfen; denn auch er hat nichts über uns gestellt, sondern hat unseretwegen den Leiden den Vorzug gegeben vor den Freuden, dem Reichtum vor der Armut, der Knechtschaft vor der Herrschaft, dem Tode vor der Unsterblichkeit, während wir in der Zeit unseres Leidens den Reichtum und die Wonne des Paradieses wählen statt der Armut der Welt, die Herrschaft und das ewige Reich statt der zeitlichen Knechtschaft, die Unsterblichkeit statt des Todes, Gott und Christus an Stelle des Teufels und Antichrists.

7. Auch die eindringliche Mahnung davor ist nötig, daß nicht etwa dieselben, die dem Rachen des Teufels entrissen und aus den Schlingen der Welt befreit sind, wenn sie nun in Not und Bedrängnis geraten, Lust verspüren, von neuem zur Welt zurückzukehren, und so um den Gewinn kommen, daß sie schon entronnen waren.

8. Es ist vielmehr Pflicht, an dem Glauben und der Tugend und an der Vollendung der himmlischen und geistlichen Gnade festzuhalten und dabei zu verharren, um zur Palme und Krone gelangen zu können.

9. Nur deshalb kommen Drangsale und Verfolgungen, damit wir geprüft werden.

10. Auch die Unbilden und Heimsuchungen der Verfolgung sind nicht zu fürchten; denn der Herr hat größere Macht, uns zu schützen, als der Teufel, uns zu bekämpfen.

11. Und damit niemand in Schrecken und Verwirrung gerät bei den Drangsalen und Verfolgungen, die wir in dieser Welt zu erdulden haben, ist darauf hinzuweisen, daß es schon vorhergesagt ist, die Welt werde uns hassen und werde Verfolgungen gegen uns ins Werk setzen. So geht also gerade aus dem Eintreffen dieser Prophezeiungen die Gewißheit der göttlichen Verheißung bezüglich der uns dereinst erwartenden reichen Belohnungen deutlich hervor, und es ist durchaus nichts Neues, was damit den Christen widerfährt, nachdem schon seit Beginn der Welt die Guten zu leiden hatten und die Gerechten unterdrückt und getötet wurden von den Ungerechten.

12. Im letzten Teil ist darzulegen, welche Hoffnung und welcher Lohn den Gerechten und Märtyrern nach den Kämpfen und Leiden dieser Zeit winkt,

13. und zu zeigen, daß wir bei der Vergeltung unseres Leidens mehr empfangen werden, als vor hier im Leiden selbst zu ertragen haben.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger