Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Cyprian von Karthago († 258) - An Fortunatus (Ad Fortunatum, Vorrede und Leitsätze)

2.

Was gäbe es aber Besseres oder Größeres, das unserer Sorge und unserem Kummer entspräche, als das uns von Gott anvertraute Volk und das im himmlischen Lager stehende Heer gegen die Geschosse und Speere des Teufels durch beständige Ermunterung im voraus zu rüsten? Denn für den Kampf kann sich kein Krieger eignen, der nicht zuvor auf dem Exerzierplatz eingeübt worden wäre. Oder wird einer, der den Siegespreis im Wettkampf zu gewinnen trachtet, in der Rennbahn wirklich den Kranz erringen, wenn er nicht zuerst auf die Übung und Ausbildung seiner Kräfte bedacht ist? Ein alter Widersacher und ein Erbfeind ist es, mit dem wir zu kämpfen haben. Sechstausend Jahre sind schon fast vergangen, seitdem der Teufel den Menschen bekämpft1 . Alle möglichen Arten, um ihn zu versuchen, alle möglichen Ränke und Kniffe, um ihn zu stürzen, hat er schon im Laufe der Zeit durch Übung sich angeeignet. Findet er den Streiter Christi unvorbereitet, findet er ihn unerfahren, findet er ihn nicht von ganzem Herzen aufmerksam und wachsam, dann überfällt er den Arglosen, dann täuscht er den Unvorsichtigen, dann betrügt er den Unkundigen. Steht aber einer gegen ihn, der die Gebote des Herrn beobachtet und Christus tapfer anhängt, dann muß der Satan unbedingt unterliegen; denn Christus, den wir bekennen, ist unbesiegbar.

1: In den ersten Jahrhunderten der Kirche erwartete man ein nahes Weltende. Da es in Psalm 89, 14 heißt: "Tausend Jahre sind wie der gestrige Tag" , berechnete man entsprechend den sechs Tagen, in denen Gott die Welt schuf, ihre Dauer auf 6000 Jahre.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis

Navigation
. . 1.
. . 2.
. . 3.
. . 4.
. . 5.

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger