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Cyprian von Karthago († 258) - An Demetrianus (Ad Demetrianum)

Schluss

Kap. 24. Am Tage des Gerichts kommt die Verzweiflung der Ungläubigen zu spät.

Welche Herrlichkeit wird dann dem Glauben, welche Pein dem Unglauben zuteil werden, wenn der Tag des Gerichtes kommt; welche Freude wird herrschen bei den Gläubigen, welche Trauer hingegen bei den Ungläubigen, daß sie seinerzeit hienieden nicht glauben wollten und nun nicht mehr zurückkehren können, um zu glauben! Verbrennen wird die Verdammten die stets lodernde Hölle und die verzehrende Pein mit ihren züngelnden Flammen, und es ist gar nicht abzusehen, wie die Qualen einmal zur Ruhe kommen oder ein Ende finden könnten. Samt ihrem Leibe werden die Seelen aufbewahrt bleiben, um unter unendlichen Martern zu leiden. Beständig werden wir dort ihn schauen, dem wir hier eine Zeitlang ein Schauspiel geboten haben, und der kurze Genuß, an dem sich ihre grausamen Augen bei den ins Werk gesetzten Verfolgungen geweidet haben, wird aufgewogen werden durch den Anblick, den sie ewig gewähren nach der Versicherung der Heiligen Schrift, die da sagt: „Ihr Wurm wird nicht sterben, und ihr Feuer wird nicht erlöschen, und sie werden zur Schau dienen allem Fleische"1 . Und wiederum: „Alsdann werden die Gerechten in großer Standhaftigkeit dastehen gegenüber denen, die sie geängstigt und ihre Arbeiten geraubt haben. Bei diesem Anblick werden sie von schrecklicher Furcht verwirrt werden, und sie werden staunen über die plötzliche und unverhoffte Rettung, indem sie untereinander sagen, von Reue ergriffen und vor Angst des Geistes seufzend: .Diese sind es, die wir einst zum Gespötte hatten und zum Beispiel der Verhöhnung. Wir Toren hielten ihr Leben für Unsinn und ihr Ende für ehrlos. Wie sind sie nun gezählt worden unter die Söhne Gottes und haben ihr Los unter den Heiligen! Also sind wir abgeirrt von dem Wege der Wahrheit, und das Licht der Gerechtigkeit hat uns nicht geleuchtet, und die Sonne ist uns nicht aufgegangen. Müde sind wir geworden auf dem Wege des Unrechts und des Verderbens, und wir sind durch beschwerliche Wüsten gewandelt, den Weg des Herrn aber haben wir nicht gekannt. Was hat uns der Hochmut genützt, oder was hat uns das Prahlen mit dem Reichtum eingebracht? Vorübergegangen ist all das wie ein Schatten'"2 . Ohne die Frucht der Buße wird dann bleiben der Schmerz ihrer Pein, vergeblich das Klagen und wirkungslos das Flehen. An die ewige Pein glauben die erst zu spät, die an das ewige Leben nicht haben glauben wollen.

1: Is. 66, 24.
2: Weish. 5, 1-9.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger