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Vinzenz v. Lerin († vor 450) - Commonitorium

16. Zusammenfassung der Irrlehren des Photinus, Apollinaris und Nestorius mit Gegenüberstellung der katholischen Lehre.

[22] Doch jetzt wollen wir das über die oben1 erwähnten Häresien und über den katholischen Glauben kurz Gesagte zur Auffrischung des Gedächtnisses noch kürzer und bündiger wiederholen, damit es durch die Wiederholung besser verstanden, fester eingeprägt und so behalten werde. Fluch also dem Photinus, der die Fülle der Trinität nicht annimmt und Christus für einen bloßen Menschen hält! Fluch dem Apollinaris, der in Christus eine Verwandlung und damit eine Verschlechterung der Gottheit behauptet und die Eigentümlichkeit der vollkommenen Menschheit aufhebt! Fluch dem Nestorius, der die Geburt Gottes aus der Jungfrau leugnet, zwei Christus behauptet und mit Verwerfung des Glaubens an die Trinität uns eine Vierheit einführt! Glückselig aber die katholische Kirche, welche einen Gott in der Fülle der Dreifaltigkeit und ebenso die Gleichheit der Dreifaltigkeit in der einen Gottheit verehrt, so daß weder die Einheit der Natur die Eigentümlichkeit der Personen verwischt noch auch die Unterscheidung der Dreiheit die Einheit der Gottheit trennt! Glückselig, sage ich, die Kirche, welche in Christus zwei wahre und vollkommene Naturen, aber nur eine Person Christi glaubt, so daß weder der Unterschied der Naturen die Einheit der Person zerreißt noch die Einheit der Person den Unterschied der Naturen verwischt. Glückselig, sage ich, die katholische Kirche, die, um zu bekennen, daß immerdar ein Christus sei und gewesen sei, die Vereinigung des Menschen mit Gott nicht erst nach der Geburt, sondern schon im Mutterschoße lehrt. Selig, sage ich, die Kirche, die erkennt, daß Gott Mensch geworden ist nicht durch Umwandlung seiner Natur, sondern durch das Band der Person, aber nicht einer scheinbaren und vorübergehenden Person, sondern einer wesenhaften und bleibenden. Selig, sage ich, die Kirche, die verkündet, die Einheit der Person habe so große Kraft, daß sie ihretwegen in wunderbarem und unaussprechlichem Geheimnis sowohl das Göttliche dem Menschen, als auch das Menschliche Gott zuschreibt; denn ihretwegen leugnet sie nicht, daß der Mensch nach seiner göttlichen Natur vom Himmel herabgestiegen sei, und. glaubt, daß Gott nach seiner menschlichen Natur auf Erden geworden sei, gelitten habe und gekreuzigt worden sei; ihretwegen bekennt sie endlich den Menschen als Sohn Gottes und Gott als Sohn der Jungfrau.== Glückseliges also und ehrwürdiges, gepriesenes, hochheiliges und durchaus jenem himmlischen Lobgesange der Engel gleichzustellendes Bekenntnis, das den einen Gott und Herrn durch ein dreimal Heilig verherrlicht; denn deswegen vor allem verkündet sie [die Kirche] die Einheit Christi, um nicht über das Geheimnis der Dreifaltigkeit hinauszugehen2 . Was hier im Vorbeigehen gesagt wurde, soll ein anderes Mal, so Gott will, ausführlicher behandelt und erklärt werden. Jetzt wollen wir zu unserem Gegenstande zurückkehren.

1: 12-14
2: d. h. um nicht zu einer Vierheit in Gott zu gelangen.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger