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Eusebius von Cäsarea († um 340) - Vier Bücher über das Leben des Kaisers Konstantin und des Kaisers Konstantin Rede an die Versammlung der Heiligen (Vita Constantini et Oratio ad coetum sanctorum)
Buch IV

7. Gesandtschaften verschiedener Barbaren; Geschenke Konstantins.

So brachten fortwährend von allen Seiten die Gesandten die kostbaren Geschenke ihrer Länder, so dass auch wir selber, als wir einmal hinkamen, vor der Pforte des Palastes in Reihen geordnet die auffallenden Gestalten der Barbaren dastehen sahen; es war verschiedenartig ihre Kleidung, verschieden die Erscheinung ihrer Gestalt, überaus verschieden das Haupt- wie das Barthaar. Der Anblick ihres wilden Antlitzes war befremdend und staunenerregend, ihre Körpergröße übermäßig; die einen hatten eine rote Gesichtsfarbe, bei anderen war sie weißer wie der Schnee oder schwärzer wie Ebenholz und Pech oder auch aus diesen Farben gemischt; denn auch Stämme der Blemmyer, Inder und Äthiopier, „die zwiefach geteilt sind, äußerste Menschen“1 wurden dort geschaut, wenn man die Genannten musterte. Der Reihe nach brachten diese einzeln, wie man es sonst auf Gemälden sehen kann, die kostbaren Gaben ihrer Länder dem Kaiser dar, die einen goldene Kränze, andere Diademe aus kostbaren Steinen, wieder andere blondhaarige Knaben, diese mit Gold und Blumen durchwirkte Gewänder der Barbaren, jene Pferde oder Schilde, lange Lanzen, Pfeile und Bogen, um dadurch anzudeuten, daß sie mit diesen Waffen dem Kaiser, so er es begehre, dienen und für ihn kämpfen wollten. Der Kaiser nahm aus der Hand der Überbringer die Geschenke entgegen und ließ sie aufstellen; zugleich gab er aber so große Gegengeschenke, daß er in einem Augenblick die Überbringer sehr reich machte; die Hervorragenderen unter ihnen zeichnete er auch durch Verleihung von Würden des römischen Reiches aus, so daß sogar mehrere den Aufenthalt bei uns sehr lieb gewannen und der Rückkehr in ihre Heimat ganz vergaßen.

1: Homer Od. 1, 23.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger