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Eusebius von Cäsarea († um 340) - Vier Bücher über das Leben des Kaisers Konstantin und des Kaisers Konstantin Rede an die Versammlung der Heiligen (Vita Constantini et Oratio ad coetum sanctorum)

Buch III

1. Vergleich zwischen der Gottesfurcht Konstantins und der Frevelhaftigkeit der Verfolger.

So erregte der Neid, der Feind alles Guten, weil er der Kirche das Gute mißgönnte, dessen sie sich erfreute, innere Stürme und Unruhen zur Zeit des Friedens und der Freude. Doch nichts verabsäumte der gottgeliebte Kaiser von dem, was ihm oblag; dadurch aber, daß er in allem das Gegenteil von dem tat, was kurz vorher die grausamen Tyrannen sich erlaubt hatten, behielt er über jeden Gegner und Feind die Oberhand. So haben jene, abtrünnig vom wahren Gott, durch mancherlei Zwang dazu genötigt, falsche Götter zu verehren; er dagegen zeigte durch Wort und Werk, daß es diese falschen Götter gar nicht gebe, und mahnte, den einzigen wahren Gott anzuerkennen. Jene höhnten ferner den Christus Gottes mit lästernden Worten; er erkor gerade das, worauf die Gottlosen am meisten ihre Lästerung richteten, zu seinem Sieges- und Schutzpanier, sich rühmend im Zeichen des Leidens. Jene vertrieben die Diener Gottes und nahmen ihnen Haus und Hof; er rief sie alle zurück und führte sie wieder an den heimischen Herd. Jene überhäuften dieselben mit Schmach und Schande, er machte sie geehrt und beneidenswert in aller Augen. Jene raubten wider alles Recht den Dienern Gottes ihr Vermögen und erklärten es als Eigentum des Staates; er gab es wieder zurück und spendete noch dazu sehr viele Gunstbezeigungen. Jene verbreiteten in den Edikten, die sie erließen, die Verleumdungen gegen die Bischöfe; er hingegen erhob dieselben, zeichnete sie durch die Ehre aus, die er ihnen erwies, und verschaffte ihnen durch seine Befehle und Gesetze noch mehr Ansehen. Jene zerstörten die Bethäuser von Grund aus und machten sie vollständig dem Erdboden gleich; er befahl durch ein Gesetz, die bestehenden höher zu machen und neue aufs prächtigste, sogar auf Kosten des kaiserlichen Schatzes zu bauen. Jene gaben den Auftrag, die von Gott eingegebenen heiligen Bücher dem Feuer zu übergeben und so vollständig zu vernichten; er ließ auch sie aus den Mitteln des kaiserlichen Schatzes in prachtvoller Ausstattung vervielfältigen und verbreiten. Jene verordneten, daß die Bischöfe auf keine Weise es wagen dürften, Versammlungen zu halten; er versammelte sie aus allen Provinzen um sich, gestattete ihnen huldvoll Zutritt in den Palast, sogar bis in die innersten Gemächer und wollte sie als Genossen in seiner kaiserlichen Wohnung und an seinem Tische haben. Jene ehrten mit Weihegeschenken die Dämonen; er enthüllte deren Trug und ließ das Material, das an den Geschenken bisher zu nichts gedient hatte, für immer denen geben, die es verwerten konnten. Jene befahlen, die Göttertempel großartig auszuschmücken; er zerstörte von Grund aus gerade diejenigen, die bei den Götzendienern in höchster Ehre standen. Jene verhängten über die Blutzeugen Gottes die schimpflichsten Strafen; er verfolgte gerade diejenigen, die dieses getan hatten, und züchtigte sie mit der gebührenden göttlichen Strafe; das Andenken der heiligen Blutzeugen Gottes ehrte er aber unablässig. Jene vertrieben aus den kaiserlichen Palästen die gottesfürchtigen Männer, er setzte unentwegt gerade auf diese sein Vertrauen, da er erkannte, daß sie ihm ergebener und treuer waren als alle andern. Jene zeigten sich als Sklaven der Reichtümer, ihr Herz litt unter der Qual eines Tantalus; er öffnete mit kaiserlicher Großherzigkeit alle Schatzkammern und teilte seine Gaben mit reichlich spendender, großmütiger Hand aus. Jene ließen sich Tausende von Mordtaten zu Schulden kommen, um das Vermögen der Getöteten rauben und einziehen zu können; während der ganzen Regierungszeit Konstantins hing dagegen allen Richtern das Schwert wie unnütz an der Seite, da die Bevölkerung und die Beamten in den einzelnen Provinzen sich mehr durch väterliche Gesetze als durch Zwang beherrschen ließen.

Betrachtet man dies, dann könnte man wahrlich sagen, es müsse jetzt ein ganz neues und frisches Leben sich gezeigt haben, da dem Menschengeschlechte nach tiefer Finsternis ein außergewöhnliches Licht aufleuchtete; unbestritten sei das Ganze Gottes Werk, der der Rotte der Gottlosen den gottgeliebten Kaiser als Widersacher entgegengestellt habe.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger