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Eusebius von Cäsarea († um 340) - Vier Bücher über das Leben des Kaisers Konstantin und des Kaisers Konstantin Rede an die Versammlung der Heiligen (Vita Constantini et Oratio ad coetum sanctorum)
Buch III

43. Weiteres über die Kirche in Bethlehem.

So weihte sie denn Gott, dem sie ihre Anbetung dargebracht hatte, zwei Tempel, den einen bei der Grotte der Geburt, den andern auf dem Berge der Himmelfahrt. Denn auch geboren zu werden hat der Emmanuel um unsertwillen nicht verschmäht und der Ort seiner Geburt dem Fleische nach hieß bei den Hebräern Bethlehem. Darum zeichnete auch die gottesfürchtige Kaiserin den Ort, wo die Gottesgebärerin ihren Sohn geboren hat, mit wunderbaren Denkmalen aus, indem sie auf mannigfache Weise die dortige heilige Grotte ausschmückte, und der Kaiser ehrte bald darauf ebenfalls diese Stätte mit kaiserlichen Weihegeschenken, um mit silbernen und goldenen Kleinodien und bunt gewirkten Teppichen die herrlichen Gaben seiner Mutter zu vermehren.

Wiederum verherrlichte die Mutter des Kaisers das Andenken an die Himmelfahrt des Welterlösers auf dem Ölberge mit hochragenden Bauten; sie ließ oben auf der Höhe beim Gipfel des ganzen Berges eine heilige Kirche erbauen und ebendaselbst ein Bethaus zu Ehren des Welterlösers errichten, der dort verweilt und auch dortselbst, wie ein glaubwürdiger Bericht überliefert, eben in jener Grotte seine Schüler in die unergründlichen Geheimnisse eingeweiht hat. Der Kaiser ehrte aber auch hier den großen König durch mannigfache Weihgeschenke und reichen Schmuck.

Diese ewigen Andenkens werten, ehrwürdigen und überaus herrlichen Heiligtümer über den zwei geheimnisvollen Grotten errichtete die Kaiserin Helena, die gottgeliebte Mutter des gottgeliebten Kaisers, Gott ihrem Heiland zum Erweise ihrer frommen Gesinnung, nicht ohne daß ihr dabei ihr Sohn die Rechte seiner kaiserlichen Macht gereicht hatte. Die gebührende Frucht sollte aber die bejahrte Kaiserin nicht lange nachher ernten. Sie hatte in lauter Glück die ganze Zeit ihres Lebens bis an die Schwelle des Greisenalters verlebt, durch Wort und Werk in der Beobachtung der Gebote des Erlösers köstliche Früchte gebracht und dann so ihr Leben in ungetrübtem Glück bei völliger Gesundheit des Leibes und des Geistes verbracht; darum fand sie aber auch ein ihrer Frömmigkeit entsprechendes Ende und eine gute Vergeltung bei Gott auch schon in diesem Leben.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger