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Eusebius von Cäsarea († um 340) - Vier Bücher über das Leben des Kaisers Konstantin und des Kaisers Konstantin Rede an die Versammlung der Heiligen (Vita Constantini et Oratio ad coetum sanctorum)
Buch II

5. Licinius opferte in dem Hain und spricht dabei über die Götzen und über Christus.

Da er nun im Begriffe stand den Krieg zu beginnen, berief er die auserlesensten seiner Leibwache und seiner geschätztesten Freunde an einen von jenen Orten, die ihnen für heilig galten; es war dies aber ein wohl bewässerter, ausgedehnter Hain, in dem verschiedene aus Stein kunstvoll gefertigte Standbilder seiner vermeintlichen Götter aufgestellt waren. Nachdem er diesen Wachskerzen angezündet und die üblichen Opfer dargebracht hatte, soll er folgendermaßen gesprochen haben: „Freunde und Waffengenossen! Das sind unsere väterlichen Götter, die wir ehren, weil wir ihre Verehrung von unsern ältesten Vorfahren überkommen haben; der Führer des feindlichen Heeres jedoch hat treulos mit den väterlichen Gebräuchen gebrochen und sich für den gottlosen Glauben entschieden, da er in seinem Wahne einen fremden, ich weiß nicht woher gekommenen Gott verehrt, und mit dessen schmachvollen Zeichen schändet er sogar sein Heer. Im Vertrauen auf diesen Gott zieht er, die Waffen in der Hand, nicht gegen uns, sondern vielmehr gegen die Götter selber, die er verworfen hat. Dieser Augenblick wird es nun zeigen, wer von uns mit seinem Glauben in die Irre geht, er wird den Schiedsrichter machen zwischen unseren Göttern und den Göttern, die bei den Gegnern verehrt werden. Denn entweder wird er uns als Sieger erscheinen lassen und damit mit vollem Rechte unsere Götter als wahrhaftige Retter und Helfer erweisen, oder aber es siegt über unsere Götter, die ja so viele und bis jetzt noch immer durch ihre Menge im Vorteil sind, jener eine, ich weiß nicht wie geartete und woher gekommene Gott Kostantins; dann soll fürder keiner mehr im Zweifel sein, welchen Gott man verehren muß, da man an dem obsiegenden Gott sich anschließen und ihm den Siegespreis zuerkennen muß. Wenn also jener Fremdling, dessen wir jetzt lachen, sich als mächtiger erweist, dann soll nichts im Wege stehen, daß auch wir ihn anerkennen und ehren und die für immer fahren lassen, denen wir vergeblich unsere Kerzen anzünden. Siegen jedoch unsere Götter, woran ja nicht zu zweifeln ist, dann ziehen wir nach diesem Siege zum Kriege gegen alle Gottlosen aus.“

Also sprach Licinius zu den Anwesenden. Uns aber, die wir dieses Buch schreiben, haben Leute, die seine Worte selber gehört haben, bald darauf Kenntnis davon gegeben. Nachdem nun der Kaiser derart gesprochen hatte, gab er dem Heere den Befehl, den Angriff zu beginnen.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger