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Eusebius von Cäsarea († um 340) - Vier Bücher über das Leben des Kaisers Konstantin und des Kaisers Konstantin Rede an die Versammlung der Heiligen (Vita Constantini et Oratio ad coetum sanctorum)
Buch II

2. Es werden Kirchen zerstört und Bischöfe hingeschlachtet.

Dort wurden die einen Kirchen vollständig niedergerissen, jetzt zum zweiten Mal, nachdem sie früher schon die ersten Drangsale durchgemacht hatten; die anderen schlossen die Ortsvorsteher, damit sich dort die Gläubigen nicht mehr, wie sie es gewohnt waren, versammeln oder Gott die schuldige Verehrung erweisen konnten. Denn daß diese für ihn dargebracht werde, konnte ein Tyrann, der solche Verordnungen traf, nicht glauben; zu diesem Urteil mußte ihn ja schon sein schlechtes Gewissen treiben. Er war vielmehr überzeugt, wir täten alles und suchten Gottes Huld nur für Konstantin zu erlangen. Manche von diesen Befehlshabern, die zugleich auch die erbärmlichsten Schmeichler waren, verhängten in der Überzeugung, damit ihrem gottlosen Herrn einen Gefallen zu erweisen, über die ausgezeichnetsten Vorsteher der Kirchen die Todesstrafe, und Mördern gleich wurden Männer, die sich in nichts ein Unrecht hatten zuschulden kommen lassen, ohne alle Ursache in den Kerker geführt und bestraft. Manche mußten sogar eine ganz neue Todesart erleiden, da ihr Leib mit dem Schwerte in viele Stücke zerhauen und nach dieser grausamen und schauderhaften Strafe, von der wir nicht einmal bei einem Tragiker hören können, in die Tiefen des Meeres geworfen wurde, den Fischen zum Fraße. Da wurden wiederum, geradeso wie kurz vorher, die gottesfürchtigen Männer in die Verbannung geschickt, wieder mußten Felder oder Einöden die Diener Gottes aufnehmen. Da aber auch dieses auf solche Weise dem Tyrannen glücklich vonstatten ging, kam ihm der Gedanke, nun auch die allgemeine Christenverfolgung wieder aufzunehmen, und er wäre mit seinem Willen durchgedrungen und nichts hätte ihm im Wege stehen können, denselben auch tatsächlich auszuführen, hätte nicht eben Gott, der Schutzer seiner Getreuen, um dem drohenden Unheil zuvorzukommen, wie im tiefsten Dunkel der Nacht einen großen Lichtstern aufgehen lassen, indem er seinen Diener Konstantin in diese Gegenden führte.1

1: Vgl. Kirchengeschichte X 8, 15-19.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger