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Cyprian von Karthago († 258) - Über die Gefallenen (De lapsis)
Einleitung

Kap. 2. Besonderer Ruhm gebührt den Bekennern, aber auch die tapfere Haltung der übrigen standhaft Gebliebenen verdient herzliche Anerkennung.

Mit freudigen Blicken sehen wir hin auf die Bekenner, die sich durch den Ruf eines guten, unbefleckten Namens und durch das Lob ihrer Glaubensstärke Ansehen und Ruhm erworben haben, mit heiligen Küssen umfassen und umarmen wir in göttlichem und unersättlichem Verlangen die Heißersehnten. Da steht die glänzende Schar der Streiter Christi, die die stürmische Wut der drängenden Verfolgung in unerschütterlichem Kampfe gebrochen haben, bereit, die Schrecken des Kerkers zu erdulden, und gerüstet, selbst den Tod zu erleiden. Heldenmütig habt ihr der Welt widerstanden, ein ruhmvolles Schauspiel habt ihr Gott geboten, ein Vorbild habt ihr gegeben allen Brüdern, die euch nachfolgen wollen. Eure gottesfürchtigen Lippen haben von Christus Zeugnis abgelegt, an den sie einmal zu glauben bekannt haben. Eure unbefleckten Hände, die nur an göttliche Werke gewöhnt waren, haben sich den gotteslästerlichen Opfern widersetzt; der durch die himmlischen Speisen geheiligte Mund hat nach dem Genuß des Leibes und Blutes unseres Herrn die sündige Befleckung mit den Überresten der Götzenopfer voll Abscheu gemieden. Von der ruchlosen und frevelhaften Hülle1 , mit der dort die Opfernden ihr geknechtetes Haupt bedeckten, ist euer Haupt frei geblieben. Eure durch Gottes Zeichen geschützte, reine Stirne2 konnte unmöglich die Krone3 des Teufels tragen: nein, für des Herrn Krone erhielt sie sich würdig. Mit welcher Freude nimmt euch eure Mutter, die Kirche, bei eurer Rückkehr aus dem Kampfe wieder in ihrem Schoße auf! Wie selig, wie froh öffnet sie euch ihre Pforten, damit ihr in geschlossenem Zuge zusammen einzieht mit den Trophäen des Sieges über den niedergestreckten Feind! Mit den triumphierenden Männern kommen auch Frauen gezogen, die nicht nur die Welt, sondern auch ihr Geschlecht überwunden haben. Es kommen, mit doppeltem Kriegsruhm bedeckt, sogar Jungfrauen und Kinder, die an Tugendkraft ihren Jahren weit voraus sind. Aber auch die noch übrige Menge der Aufrechtgebliebenen hat Teil an eurem Ruhm und folgt euren Spuren, ausgezeichnet durch einen Ruhm, der dem euren ganz nahe, ja fast gleich kommt. Auch in ihnen wohnt dieselbe Lauterkeit des Herzens, die gleiche Reinheit beharrlichen Glaubens. Gestützt auf die unerschütterlichen Wurzeln der himmlischen Lehren und gefestigt durch die Überlieferungen des Evangeliums, haben sie sich weder durch die Androhung der Verbannung noch durch die angeordneten Martern oder durch die Strafen an Gut und Blut schrecken lassen. Zur Prüfung des Glaubens waren bestimmte Tage festgesetzt; wer aber nicht vergißt, daß er der Welt entsagt hat, der kennt auch keinen Tag der Welt, und mit der irdischen Zeit rechnet der nicht mehr, der von Gott die Ewigkeit erhofft.

1: Es war heidnische Gewohnheit, sich beim Opfer mit Kränzen zu schmücken; vgl. 1Kor 11, 4.
2: Damit ist das Kreuzeszeichen gemeint, das bei der Taufe und Salbung über der Stirne des Gläubigen gemacht wird.
3: d. h. den Kranz beim Opfer.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger