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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).
Drittes Buch
III. Kapitel

24.

1. Aus diesen Gründen sollen sich auch die Pythagoreer des Liebesgenusses enthalten. Mir aber scheint es umgekehrt so zu sein, daß sie zwar heiraten des Kinderzeugens wegen, sich aber nach der Kindererzeugung der aus der Liebesverbindung erwachsenden Lust enthalten wollen.

2. Deshalb geben sie das geheimnisvolle Verbot, Bohnen zu essen, nicht weil diese Hülsenfrucht Blähungen verursacht und schwer verdaulich ist und unruhige Träume hervorruft,1 auch nicht, weil die Bohne einem Menschenkopf ähnlich ist, wie jener Vers andeutet:
"Gleiches ja ist es, die Bohnen zu essen und Köpfe der Eltern."2
Der wirkliche Grund ist vielmehr, daß das Essen von Bohnen die Frauen unfruchtbar macht.

3. So berichtet Theophrastos in dem fünften Buch seiner Schrift "Pflanzenlehre", daß die Pflanzen vertrocknen, wenn man Bohnenhülsen um die Wurzeln der neugepflanzten Bäume herumlegt, und daß die im Hause gehaltenen Hühner, wenn sie fortlaufend mit solchen gefüttert werden, keine Eier mehr legen.3

1: Vgl. Plut. Moral. p. 286 DE; Diog. Laert. VIII 24.
2: Vgl. Mullach FPG I p. 200.
3: Theophrastos, De causis plantarum V 15,1; zu dem letzten Satz vgl. auch Geopon. II 35,5; der ganze Abschnitt 24,2.3 ist der Schrift des Paradoxographen Apollonios 46 entnommen.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger