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Cyprian von Karthago († 258) - Briefe
63. Brief

8. Kapitel

Sooft aber bloßes Wasser in den heiligen Schriften genannt wird, ist die künftige Taufe gemeint, wie wir sie bei Isaias angedeutet sehen. „Gedenket nicht“, sagt er, „an das Frühere, und achtet nicht auf das Alte! Siehe, ich schaffe Neues, das jetzt entstehen soll, und ihr werdet es erkennen; und ich werde einen Weg machen in der Wüste und Flüsse in wasserloser Gegend, um mein auserwähltes Geschlecht zu tränken, mein Volk, das ich erworben habe, damit es meine Herrlichkeit darlege1.“ Vorausverkündigt hat hier Gott durch den Propheten, daß bei den Heiden in Gegenden, die früher wasserlos gewesen, in Zukunft Flüsse strömen und das auserwählte Geschlecht Gottes, das heißt: die durch die Wiedergeburt der Taufe zu Kindern Gottes Gewordenen, tränken würden. Ebenso wird abermals geweissagt und vorherverkündigt, daß die Juden, wenn sie dürsteten und Christus suchten, bei uns zu trinken bekommen, das heißt: die Gnade der Taufe erlangen würden. „Wenn sie dürsten,“ heißt es, „wird er sie durch die Wüste führen; Wasser wird er ihnen aus dem Felsen fließen lassen; der Fels wird sich spalten, und Wasser wird fließen, und mein Volk wird trinken2.“ Dies geht im Evangelium in Erfüllung, wenn Christus, der der Fels ist, während seines Leidens durch einen Lanzenstich durchbohrt wird. Er erinnert auch daran, was durch den Propheten vorhergesagt ist, und spricht mit lauter Stimme: „Wenn jemand dürstet, komme er und trinke! Wer an mich glaubt, von dessen Leib [S. 261] werden, wie die Schrift sagt, Ströme lebendigen Wassers fließen3. Und damit es noch deutlicher werde, daß hier der Herr nicht vom Kelch, sondern von der Taufe spricht, fügte die Schrift noch die Worte bei: „Dies sagte er aber von dem Geiste, den diejenigen empfangen sollten, die an ihn glaubten4.“ Durch die Taufe aber empfängt man den Heiligen Geist, und so gelangen diejenigen, die getauft sind und den Heiligen Geist erlangt haben, auch dazu, den Kelch des Herrn zu genießen5. Niemand aber stoße sich daran, daß die göttliche Schrift, wenn sie von der Taufe redet, von uns als Dürstenden und Trinkenden spricht; sagt doch auch der Herr im Evangelium: „Selig sind, die da hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit6.“ Denn was man mit gierigem und dürstendem Verlangen aufnimmt, schöpft man um so vollständiger und reichlicher aus. So spricht der Herr auch an einer anderen Stelle zu dem samaritanischen Weib und sagt: „Jeder, der trinkt von diesem Wasser, wird wiederum dürsten. Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, der wird in Ewigkeit nimmer dürsten7.“ Damit ist abermals die Taufe mit dem heilbringenden Wasser gemeint, die man eben nur einmal empfängt und die nicht mehr wiederholt wird. Nach dem Kelche des Herrn aber dürstet, von ihm trinkt man in der Kirche immerdar.

1: Is. 43, 18-21.
2: Ebd. [Is.] 48, 21.
3: Joh. 7, 37. 38.
4: Ebd. [Joh.] 7, 39.
5: Man empfing damals die Eucharistie unter beiderlei Gestalt.
6: Matth. 5, 6.
7: Joh. 4, 13. 14.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger