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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).
Zweites Buch
XXIII. Kapitel

141.

1. So sagt der Lustspieldichter Menandros zwar Ungünstiges von der Ehe, führt dann aber im Gegensatz dazu auch die Vorzüge an und läßt auf den Satz:
"Mir gefällt die Sache nicht"
antworten:
"Das ist begreiflich, denn du nimmst sie ganz verkehrt."
[S. 253] Und dann fügt er hinzu:
"Was lästig ist und was dir Kummer machen kann,
Das siehst du an ihr; doch das Gute siehst du nicht",1
und die folgenden Verse.

2. Die Ehe bringt aber auch bei denen Hilfe, die in vorgerückten Jahren sind, indem sie ihnen eine fürsorgliche Gattin zur Seite stellt und die von dieser geborenen Kinder erzieht, damit sie ihre alten Eltern pflegen.

3. " Denn Kinder sichern ihrem Vater, wenn er tot,
Den Ruhm, wie Korke halten hoch das Netz,
Daß nicht zur Meerestiefe sinkt das Leingespinst",2
wie der Tragiker Sophokles sagt.

4. Auch die Gesetzgeber gestatten den Unverheirateten nicht, sich um die höchsten Ämter zu bewerben. So setzte der Gesetzgeber der Lakedaimonier eine Strafe nicht nur auf die Ehelosigkeit, sondern auch auf eine schlechtgeführte oder zu spät geschlossene Ehe und auf einsames Leben.3

5. Der edle Platon befiehlt sogar, daß der Unverheiratete die Kosten für den Unterhalt einer Frau in den Staatsschatz zahle und eine entsprechende Summe an die Behörden abliefere. Denn wenn sie nicht heiraten und keine Kinder erzeugen, so werden sie, soweit es auf sie ankommt, einen Mangel an Männern verursachen und den Untergang der Städte und der aus diesen bestehenden bewohnten Welt herbeiführen.4 Dies ist aber gottlos, weil sie auf diese Weise die göttliche Schöpfung zerstören.

1: Menandros, Misogynes (Der Weiberfeind) Fr. 325, 1-4 CAF III p. 94; vgl. Stob. Flor. 108,44.
2: Aischylos, Choephoren 505-507. Die Zurückführung der Verse auf Sophokles ist wohl ein Irrtum des Clemens selbst.
3: Vgl. Ariston bei Stob. Flor. 67,16; Plut. Lysandros 30 Ende; Moral. p. 493 E.
4: Platon, Gesetze VI p.774; Philon, De vita contempl. 62.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger