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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).
Zweites Buch

XXII. Kapitel

131.

[S. 245] 2. [sic; s.o.] Der Philosoph Platon dagegen erklärt, das höchste Ziel sei zweierlei Art, das eine, an dem man Anteil haben könne; dies sei das erste und in den Ideen selbst vorhanden; dies nennt er auch das Gute; das andere, das an ihm Anteil habe und die Ähnlichkeit von ihm annehme; dies sei bei den Menschen zu finden, die sich um den Besitz der Tugend und der wahren Philosophie bemühen.1

3. Deshalb sagt auch Kleanthes in dem zweiten Buch "Über die Lust", Sokrates habe bei jeder Gelegenheit gelehrt, der nämliche Mensch sei gerecht und glücklich, und den verwünscht, der zuerst das Gerechte von dem Nützlichen unterschieden habe, weil er damit eine gottlose Tat begangen habe; denn in der Tat sind die gottlos, die das Nützliche von dem nach dem Gesetze Gerechten trennen.2

4. Und Platon selbst sagt, mit Glück ((xxx) eudaimonia) sei gemeint, daß es einem hinsichtlich seines Dämons gut gehe ((xxx) to eu ton daimona echein), mit Dämon aber sei die beherrschende Kraft in unserer Seele gemeint; das Glück aber nennt er das vollkommenste und völligste Gut.3

5. Manchmal nennt er es aber auch ein in sich übereinstimmendes und harmonisches Leben4 und manchmal die höchste Vollkommenheit in der Tugend;5 diese setzt er aber in das Wissen vom Guten und in das Gott Ähnlichwerden,6 indem er als Ähnlichwerden bezeichnet, "daß man gerecht und fromm und dazu verständig wird."7

6. Fassen nun nicht manche von den Unsern die Sache so auf, daß der Mensch das "nach seinem Bilde" sofort bei seiner Entstehung bekommen habe, daß er dagegen das "nach seiner Ähnlichkeit"8 erst später zur Zeit der Vollendung erhalte?

1: Nicht wörtlich bei Platon; der Satz ist ein jungakademisches Referat über Platons Lehre.
2: Kleanthes Fr. 558 v. Arnim.
3: Vgl. Platon, Timaios p. 90 C.
4: Vgl. ebd., Laches p. 188 D; Paid. I 100,3 mit Anm.
5: Vgl. Platon, Gesetze I p. 643 D.
6: Vgl. ebd., Staat X p.613 AB.
7: Ebd. Theaitetos p. 176 B.
8: Vgl. Gen 1,26; Paid. I 98,3 m. Anm.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger