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Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
22. Buch

7. Zum Glauben an Christus wurde die Welt gebracht durch Gottes Kraft, nicht durch menschliche Überredungskunst.

Aber es ist ja wirklich lächerlich, von der erdichteten Göttlichkeit des Romulus im selben Atemzuge wie von Christus zu reden. Da indes Romulus etwa sechshundert Jahre vor Cicero1 lebte und seine Zeit schon wissenschaftlich gebildet war, so daß sie alles Unmögliche von sich wies, so legt sich immerhin ein Vergleich nahe: sechshundert Jahre später, zu den Zeiten des Cicero selbst, und besonders nachher unter Augustus und Tiberius, also in Zeiten, die sich noch höherer Aufklärung rühmen konnten, hätte der Menschengeist die leibliche Auferstehung und Himmelfahrt Christi als etwas Unmögliches erst recht nicht zu ertragen vermocht und ihr höhnisch Ohr und Herz verschlossen, wenn nicht die Gotteigenschaft der Wahrheit selbst und die Wahrheit der Gotteigenschaft und bestätigende Wunderzeichen erwiesen hätten, daß solches möglich sei und sich wirklich zugetragen habe; und so kam es, daß man, all den Schrecken der zahlreichen und schweren Verfolgungen zum Trotz, Christi vorgängige und der übrigen nachfolgende Auferstehung und Unsterblichkeit des Fleisches in einer neuen Welt nicht nur mit festem Glauben annahm, sondern auch unerschrocken verkündete und zu fröhlichem Wachstum über den ganzen Erdkreis hin zusammen mit dem Blute der Märtyrer hoffnungsfroh aussäte. Man las eben die den Ereignissen vorangehenden Bekundungen der Propheten, die Erweise von Wunderkraft taten ihre Wirkung, und so drang die Wahrheit durch, die lediglich neu war für die Erfahrung, nicht zuwiderlaufend der Vernunft, bis sich der ganze Erdkreis, der eben noch in grausamer Verfolgung wütete, gläubig ergab.

1: Vielmehr vor dem achtzig Jahre älteren Scipio Ämilianus, den Cicero in dem Werke „Über den Staat“ redend auftreten läßt

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger