Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
17. Buch

24. Von den Propheten, die bei den Juden als die letzten galten, und von denen, die zur Zeit der Geburt Christi lebten und uns durch den Bericht der Evangelien bekannt sind.

Während der ganzen Zeit aber, von der Rückkehr aus Babylonien bis zur Ankunft des Heilands, hatten die Juden nach Malachias, Aggäus und Zacharias, die zur Zeit der Rückkehr weissagten, und nach Esdra keine Propheten außer einem zweiten Zacharias, dem Vater des Johannes, und seiner Gemahlin Elisabeth, als die Geburt Christi schon ganz nahe bevorstand; und nach dessen Geburt den greisen Simeon und die schon hochbetagte Witwe Anna und zuletzt Johannes. Dieser weissagte als junger Mann nicht mehr die Ankunft Christi, der selbst auch schon ein junger Mann war, hat aber gleichwohl in seherischem Geiste auf ihn, der damals noch nicht erkannt wurde, hingewiesen; weshalb der Herr selbst sagt1 : „Das Gesetz und die Propheten bis auf Johannes“. Indes sind uns die Weissagungen dieser fünf nur aus dem Evangelium bekannt, wo auch die jungfräuliche Mutter des Herrn selbst, auch vor Johannes, als Prophetin erscheint. Diese Weissagungen werden jedoch von den verworfenen Juden nicht angenommen; wohl aber sind sie von den Unzähligen aus ihnen angenommen worden, die dem Evangelium glaubten. Denn damals spaltete sich Israel wirklich in zwei Teile, und es kam jetzt zu jener unwiderruflichen Teilung, die durch den Propheten Samuel dem König Saul vorherverkündet worden war2 . Dagegen Malachias, Aggäus, Zacharias und Esdra sind auch von den verworfenen Juden in den Kanon aufgenommen worden, und zwar als die letzten. Denn es sind auch von ihnen Schriften vorhanden, die kanonisches Ansehen erlangten, wie die anderer Propheten, deren trotz ihrer großen Zahl nur sehr wenige solche verfaßt haben. Von den Vorhersagungen der Propheten nun, soweit sie auf Christus und seine Kirche Bezug haben, muß ich wohl einige in diesem Werke anführen; doch wird das, so Gott will, im folgenden Buche geschehen3 , wo sie sich bequemer unterbringen lassen, weil wir sonst dieses ohnehin schon starke Buch noch weiter belasten müßten.

1: Matth. 11, 13.
2: Vgl. oben XVII 7, 2. Absatz.
3: XVIII 27-36.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Bilder Vorlage

Navigation
. Mehr
. 9. Buch
. 10. Buch
. 11. Buch
. 12. Buch
. 13. Buch
. 14. Buch
. 15. Buch
. 16. Buch
. 17. Buch
. . Mehr
. . 7. Die Spaltung des ...
. . 8. Was dem König Davi...
. . 9. Im 88. Psalm findet ...
. . 10. Ganz anders, als ...
. . 11. Das Wesen des Gott...
. . 12. Wem ist die Bitte ...
. . 13. Läßt sich der ...
. . 14. Davids Eifer in ...
. . 15. In dieses Werk ...
. . 16. Wie der 44. Psalm ...
. . 17. Hinweise auf das ...
. . 18. Von den Psalmen ...
. . 19. Vom 68. Psalm, ...
. . 20. Die Art der Herrschaft ...
. . 21. Von den Königen ...
. . 22. Obwohl Jeroboam ...
. . 23. Die wechselnde ...
. . 24. Von den Propheten, ...
. 18. Buch
. 19. Buch
. 20. Buch
. 21. Buch
. 22. Buch

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger