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Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
16. Buch

5. Gottes Herabsteigen zur Verwirrung der Sprache der Turmbauer.

Wenn es nämlich heißt: „Und Gott stieg herab zu sehen Stadt und Turm, die die Menschensöhne bauten“, also nicht die Gotteskinder, sondern die nach dem Menschen lebende Genossenschaft, die wir den Weltstaat nennen, so ist nicht eine räumliche Bewegung Gottes gemeint, der immer und überall ganz gegenwärtig ist, sondern man spricht von einem Herabsteigen Gottes, wenn er etwas tut auf Erden, was wider den gewöhnlichen Verlauf der Natur auf wunderbare Weise bewirkt wird und so seine Gegenwart gleichsam greifbar macht; auch lernt er nicht durch Sehen etwas zu seiner Zeit kennen, da er ja zu keiner Zeit über etwas in Unkenntnis sein kann, sondern sein zeitliches Sehen und Erkennen bedeutet, daß er etwas sehen und erkennen macht. Man sah eben vordem die Stadt nicht so, wie Gott sie sehen machte, als er vor Augen rückte, wie sehr sie ihm mißfalle. Man kann jedoch das Herabsteigen Gottes zu dieser Stadt auch dahin auffassen, daß seine Engel, in denen er wohnt, herabgestiegen seien; dann würde das, was sich anschließt: „Und Gott der Herr sprach: Siehe, es ist ein Volkstum und eine Sprache unter allen“ und so weiter, und was dann beigefügt ist: „Kommet, wir wollen hinabsteigen und daselbst ihre Sprache verwirren“, eine ausführlichere Wiederholung sein, die den Hergang des bereits kurz erwähnten Herabsteigens Gottes schilderte. Denn wäre er schon herabgestiegen gewesen, was soll dann die Aufmunterung: „Kommet, wir wollen hinabsteigen und verwirren“ [die sich als an die Engel gerichtet darstellt]? Sie kann nur bedeuten, daß er durch Engel niederstieg, da er in den niedersteigenden Engeln war. Und gut ausgedrückt ist es, daß er nicht sagt: „Kommet, steigt hinab und verwirret“, sondern: „Wir wollen daselbst ihre Sprache verwirren“; denn er zeigt damit, daß er durch seine Diener in einer Weise wirkt, die auch diese selbst zu Wirkern mit Gott macht, wie der Apostel sagt1 : „Denn Gottes Mitwirker sind wir“.

1: 1 Kor. 3, 9.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger