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Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
12. Buch

22. [21.] Von der Erschaffung des einen ersten Menschen und damit des Menschengeschlechtes.

So wäre denn die sehr schwierige Frage, die sich erhebt angesichts der Ewigkeit der ohne irgendeine neue Wendung in ihrem Willen Neues schaffenden Gottheit, nach Möglichkeit erledigt, und es ist nun leicht einzusehen, daß es weit besser war, das Menschengeschlecht, wie es geschehen ist, aus einem zuerst erschaffenen Menschen zu vermehren, als es gleich mit einer Mehrheit von Menschen beginnen zu lassen. Wohl hat Gott die Tiere nicht aus Einzelwesen fortgepflanzt, sondern gleich in größerer Zahl ins Dasein treten lassen, und zwar beide Arten, sowohl die als Einsamwesen und sozusagen als Alleinstreicher eingerichteten Tiere, d. h. die, welche die Abschließung lieben, wie die Adler, die Weihe, die Löwen, die Wölfe und dergleichen, als auch die gesellig eingerichteten, die lieber vereinigt und herdenweise leben, wie die Tauben, die Staren, die Hirsche, die Rehe usw. Dagegen den Menschen hat er als einen und einzelnen erschaffen, seine Natur als eine Art Mittelding zwischen Engel und Tier gestaltet. Er sollte, wenn er, seinem Schöpfer als dem wahren Herrn ergeben, dessen Gebot in ehrfürchtigem Gehorsam befolgte, in die Gemeinschaft der Engel eingehen und ohne Dazwischentreten des Todes eine selige und ohne Ende fortdauernde Glückseligkeit erlangen; wenn er dagegen, seinen freien Willen hochmütig und ungehorsam gebrauchend, den Herrn seinen Gott beleidigte, dem Tode verfallen nach Art der Tiere leben, ein Sklave der Begierde und nach dem Tode zu ewiger Pein bestimmt. Er sollte nicht allein bleiben ohne Genossenschaft von Menschen, aber es sollte ihm durch die Art der Erschaffung um so eindringlicher die genossenschaftliche Einheit ans Herz gelegt werden und das Band der Eintracht, wenn die Menschen nicht nur durch die gleiche Natur, sondern auch durch verwandtschaftliche Zuneigung miteinander verbunden wären; hat doch Gott nicht einmal das dem Manne beizugesellende Weib so wie den ersten Menschen, sondern aus diesem erschaffen wollen, da sich das Menschengeschlecht ganz und gar von einem Menschen aus verbreiten sollte.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger