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Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
12. Buch

20. [19.] Über den Sinn des Ausdruckes „saecula saeculorum“ [In der Hl. Schrift häufig vorkommend.].

Der Ausdruck „Die Weltzeiten der Weltzeiten“ läßt es nach meiner Ansicht in Schwebe, ob Gott es wirklich so macht, ob also Weltzeiten sich aneinanderreihen in ununterbrochener Verbindung, jedoch sich abspielend immer wieder in verschieden geordnetem Verlauf, wobei nur die aus der Unseligkeit Erlösten in ihrer seligen Unsterblichkeit Bestand haben ohne Ende, oder ob mit diesem Ausdruck die in Gottes Weisheit in unerschütterlicher Beständigkeit vorhandenen Weltzeiten als Wirkursache der in der Zeit dahinfließenden bezeichnet werden sollen. Vielleicht ist nämlich mit Weltzeiten nichts anderes gemeint, als was die Einzahl: Weltzeit besagt, wie sich der Ausdruck: Die Himmel der Himmel deckt mit: Der Himmel des Himmels. Denn als den einzigen Himmel hat Gott die Feste bezeichnet, über der sich die Gewässer befinden, und doch heißt es im Psalm1 : „Und die Gewässer, die über den Himmeln sind, sollen rühmen den Namen des Herrn“. Welche der beiden Deutungen also zutrifft, ob man außerdem noch etwas anderes unter den Weltzeiten der Weltzeiten verstehen kann, das ist eine sehr schwierige Frage, aber sie verlangt in dem gegenwärtigen Zusammenhang keine sofortige Lösung; vielleicht können wir uns später bestimmter dazu äußern, oder es macht uns gerade eine recht sorgsame Behandlung zurückhaltender und bewahrt uns so vor übereilten Aufstellungen in einer so dunklen Sache. Denn gegenwärtig beschäftigt uns der Kampf wider die Annahme von Kreisläufen, in denen sich immerfort notwendig dasselbe von Zeit zu Zeit wiederholen soll; und mit diesen hat es nichts zu schaffen, welche von den Ansichten über die Weltzeiten der Weltzeiten die richtige ist. Mögen die Weltzeiten der Weltzeiten nicht immer sich wiederholende, sondern eines nach dem andern in wohlgeordneter Verbindung verlaufende Zeitalter sein, wobei die Seligkeit der Erlösten ohne irgendwelche Wiederkehr von Unseligkeit in ganz sicherer Dauer bestehen bleibt, oder mögen die Weltzeiten der Weltzeiten etwas Ewiges sein, die davon abhängigen vorübergehenden Zeiten gleichsam beherrschend, in keinem Fall haben die immer dasselbe wiederholenden Kreisläufe Platz, die namentlich unvereinbar sind mit dem ewigen Leben der Heiligen.

1: Ps. 148, 4.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger