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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).
Zweites Buch
XVIII. Kapitel

86.

1. Siehst du, wie das Gesetzbuch die Gerechtigkeit und zugleich die Güte Gottes verkündet, der allen reichlich ihre Nahrung schenkt?

2. Bei der Weinlese wieder verbietet das Gesetz, noch einmal durchzugehen und das Übersehene abzupflücken und die auf den Boden gefallenen Beeren aufzuheben. Die gleiche Anordnung gilt auch bei der Olivenernte.1

3. Ferner lehrte auch die Forderung des Zehnten von den Früchten und vom Vieh sowohl, daß man fromm gegen die Gottheit sein, als auch, daß man nicht in allem auf Gewinn aus sein, sondern in liebevoller Weise auch seinen Nächsten mitteilen soll.2 Infolge davon erhielten auch, meine ich, die Priester ihren Unterhalt von den Erstlingsspenden.3

4. Verstehen wir daher jetzt endlich, daß wir vom Gesetz zu Frömmigkeit und Freigebigkeit und Gerechtigkeit und Menschenliebe erzogen werden?

5. Ja noch mehr! Hat das Gesetz nicht geboten, daß das Land das siebente Jahr hindurch unbebaut gelassen werden soll, und befohlen, daß die Armen ohne Scheu die darauf nach Gottes Willen gewachsenen Feldfrüchte ernten dürfen, da die Natur für jeden, der kommen will, die Ernte wachsen läßt? Wie sollte also das Gesetz nicht gut und ein Lehrer der Gerechtigkeit sein?4

6. Ferner befiehlt das Gesetz wieder, im fünfzigsten Jahr ebenso zu verfahren wie im siebten, wobei es außerdem jedem sein Eigentum an Land wieder zurückgeben läßt, wenn er in der Zwischenzeit durch irgendeinen Umstand darum gekommen war. So setzte es durch die festbemessene Zeit der Nutznießung der Begehrlichkeit der nach Besitz Trachtenden eine Grenze und ließ die anderen, die durch lange währende Armut genug gebüßt hatten, nicht ihr ganzes Leben hindurch bestraft werden.5

7. "Almosen und Glaubenserweisungen sind königliche Schutzwachen."6 "Segen (kommt) [S. 214] auf das Haupt des Freigebigen",7 und "Wer sich der Armen erbarmt, wird glücklich gepriesen werden";8 denn er erweist die Liebe gegen Seinesgleichen aus Liebe zu dem Schöpfer des Menschengeschlechts.

1: Vgl. Lev 19,10; Dtn 24,20f.; Philon, De virt. 91.
2: Vgl. Lev 27,30.32; Num 18,21.24; Philon a.a.O. 95.
3: Vgl. Num 18,8ff.
4: Vgl. Lev 25,4-7; Ex 23,10f.; Philon a.a.O. 97.
5: Vgl. Lev 25,8-13; Philon a.a.O.100. Am Schluß des Satzes ist zu lesen: (xxx) mä dia biou kolazesthai ethelon.
6: Spr 20,22(28).
7: Spr 11,26.
8: Ebd. 14,21.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
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