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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).
Zweites Buch
XVIII. Kapitel

84.

1. So wurden denn die Überlebenden, die furchtlos den Kampf für die Frömmigkeit auf sich genommen hatten, über die Feinde Herr.1 "Anfang der Weisheit ist die Gottesfurcht, Verstehen des Heiligen ist Voraussicht; die Kenntnis des Gesetzes ist ein Zeichen trefflicher Gesinnung."2

2. Jene Leute also, die annehmen, das Gesetz sei geeignet, leidenschaftliche Furcht einzuflößen, sind weder sittlich fähig, das Gesetz zu begreifen, noch haben sie es in der Tat verstanden. "Denn die Furcht des Herrn schafft Leben; wer aber in die Irre geht, wird Schmerzen erleiden in Nöten, welche keine Erkenntnis durchschaut."3

3. Dementsprechend sagt Barnabas geheimnisvoll: "Gott aber, der über die ganze Welt herrscht, gebe auch euch Weisheit und Verstand, Wissen, Kenntnis seiner Forderungen, Geduld! Werdet also 'Gottes Schüler'4 und denkt darüber nach, was der Herr von euch fordert, damit ihr es findet am [S. 212] Tage des Gerichts!"5 Diejenigen, die das erreicht haben, nannte er in gnostischer Bedeutung "Kinder der Liebe und des Friedens."6

4. Über das Mitteilen und die Freigebigkeit ließe sich viel sagen; es genügt aber, auf dies eine hinzuweisen, daß das Gesetz verbietet, einem Bruder Geld auf Zinsen zu leihen (Bruder nennt es aber dabei nicht nur den von denselben Eltern Entsprossenen, sondern auch den Volksgenossen und den, der die gleiche Gesinnung hat oder an der gleichen Lehre Anteil erhalten hat); denn das Gesetz hielt es nicht für recht, daß man Zinsen von seinen Geldern fordert, sondern daß man mit offenen Händen und Herzen den Bedürftigen Geschenke spendet.

5. Denn Gott ist der Stifter solcher Gebefreudigkeit. Bald erhält der Freigebige auch reiche Zinsen, die wertvollsten Güter, die es unter den Menschen gibt, Sanftmut, Güte, Hochherzigkeit, guten Ruf, Berühmtheit.7

1: Zu 83,3 – 84,1 vgl. Num 25; Philon, De vit. Mos. I 295 ff.; De virt. 34 ff.
2: Spr 9,10.
3: Vgl. ebd. 19,20 (23); der Schluß weicht von der übrigen LXX-Überlieferung ab.
4: 1 Thess 4,9.
5: Barnabasbrief 21,5.6; hier lautet der Schluß: "und schaffet, daß ihr am Tage des Gerichts erfunden werden möchtet."
6: Vgl. ebd. 21,9.
7: Zu 84,4.5 vgl. Ex 22,25; Lev 25,37; Dtn 23,19; Philon, De virt. 82-84.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
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