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Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
6. Buch

3. Die Disposition des varronischen Werkes über die Altertümer menschlicher und göttlicher Dinge.

Varro schrieb 41 Bücher „Altertümer“; in diese Bücher läßt er die menschlichen und die göttlichen Dinge sich teilen und weist den menschlichen Dingen 25, den göttlichen 16 Bücher zu, und zwar so, daß er die menschlichen Dinge in vier Unterabteilungen von je sechs Büchern behandelt, Er faßt nämlich der Reihe nach ins Auge, wer das Subjekt der Betätigung ist, wo, wann und worin es sich betätigt. In den ersten sechs Büchern schrieb er also über die Menschen, in den zweiten sechs über die Orte, in den dritten sechs über die Zeiten und in den vierten und letzten sechs erledigte er die Sachen. Viermal sechs gibt vierundzwanzig; ein Buch für sich, das sich zunächst im allgemeinen mit dem ganzen Thema befaßt, stellte er an den Anfang. Bei den göttlichen Dingen ist dasselbe Einteilungsschema zugrunde gelegt, mit Beziehung auf das, was den Göttern zu erweisen ist. Es wird ihnen von Menschen an Orten und zu Zeiten Kult erwiesen. Diese vier Punkte behandelt er in je drei Büchern; die ersten drei haben zum Gegenstand die Menschen, die folgenden drei die Orte, die dritten drei die Zeiten und die vierten den Kult, sodaß er also auch in diesem Teil über die göttlichen Dinge scharf auseinanderhält, wer erweist, wo man erweist, wann man erweist und was man erweist. Es mußte aber doch auch davon gesprochen werden und man erwartete das am meisten, wem man denn erweise, und so schrieb er auch über die Götter selbst drei Bücher; also im ganzen über die göttlichen Dinge fünfmal drei = fünfzehn Bücher. Die Gesamtzahl dieser Bücher beträgt aber, wie gesagt, sechzehn, weil er auch diesem Hauptteil ein eigenes Buch vorausschickte, dem es zufiel, sich zunächst über das ganze Thema zu verbreiten. Darauf teilte er sofort die sich anschließende erste Trias der Fünfteilung, die über die Menschen, in der Weise ab, daß sich das erste Buch mit der Priesterschaft, das zweite mit den Augurn, das dritte mit den Quindecimvirn der heiligen Bücher befaßt; die zweite Trias, die über die Orte, in der Weise, daß er in dem einen Buch über die Kapellen, im zweiten über die Tempel, im dritten über die religiösen Stätten handelt; die folgende Trias, die über die Zeiten, das heißt die Festtage, in der Weise, daß er ein Buch schrieb über die Feiertage, ein zweites über die Zirkusspiele, ein drittes über die Bühnenspiele; von der vierten Trias, der über den Kult, widmete er ein Buch den Weihungen, eines dem Privatkult und eines dem öffentlichen Kult. Diesem prunkhaften Aufzug von allem drum und dran folgen dann in den noch übrigen drei Büchern als Beschluß die Götter selbst, denen dieser ganze Kult erwiesen worden ist; und zwar im ersten Buch die Gottheiten mit fester Überlieferung, im zweiten die mit fließender Überlieferung und im dritten und allerletzten die vornehmsten und auserlesenen Götter.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger