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Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
5. Buch

24. Das Glück christlicher Kaiser, seine Art und Wahrhaftigkeit.

Denn wir unsererseits bezeichnen einige von den christlichen Kaisern allerdings als glücklich, aber nicht deshalb, weil sie verhältnismäßig lang regiert haben oder weil sie ruhig sterben konnten, ihren Söhnen eine gefestete Herrschaft hinterlassend, oder weil sie die Feinde des Staates bezwungen haben oder weil es ihnen vergönnt war, Bürgeraufstände gegen ihre Regierung hintanzuhalten oder niederzuwerfen. Derlei Spende und Tröstung in dieses Lebens Mühsal ward auch manchen Dämonenanbetern gewährt, die am Reiche Gottes keinen Anteil haben, wie jene; und das hat Gott so gefügt aus Erbarmnis, damit die, die an ihn glauben würden, solche Güter nicht als die höchsten von ihm begehrten. Vielmehr nennen wir sie glücklich, wenn sie ein gerechtes Regiment führen, wenn sie sich ob all der hochtönenden Schmeicheleien und der kriechenden Dienstfertigkeit, womit sie umgeben sind, nicht überheben, sondern eingedenk bleiben, daß sie Menschen sind; wenn sie ihre Macht in den Dienst der Majestät Gottes stellen, um die Gottesverehrung weithin auszubreiten; wenn sie Gott fürchten, lieben und verehren; wenn sie mehr noch das Reich lieben, in welchem ihnen Teilhaber der Herrschaft keine Besorgnis verursachen; wenn sie zögernd strafen, gern Nachsicht üben; wenn sie ihre Strafgewalt nicht zur Befriedigung feindseliger, haßerfüllter Gesinnung mißbrauchen, sondern da anwenden, wo es die geordnete Leitung und die Sicherheit des Staates erfordert; wenn sie dagegen Nachsicht walten lassen auf die Hoffnung der Besserung hin, nicht als Freibrief für die Schlechtigkeit; wenn sie die harten Verfügungen, zu denen sie sich oft genug gedrängt sehen, durch erbarmende Milde und durch reichliche Wohltaten ausgleichen; wenn sie sich selbst gegenüber die Ausschweifung in eben dem Maße zügeln, als sie sich freier ergehen könnte; wenn sie es höher stellen, ihre verkehrten Neigungen als noch soviele Völker zu beherrschen und wenn sie all das tun aus Liebe zur ewigen Seligkeit, nicht aus Gier nach eitlem Ruhme; wenn sie nicht unterlassen, für ihre Sünden das Opfer der Demut, der Erbarmnis und des Gebetes ihrem wahren Gott darzubringen. Solche christliche Kaiser nennen wir glücklich, einstweilen durch die Hoffnung, bis sie es wirklich sein werden, wenn der Gegenstand unserer Erwartung gekommen sein wird.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger