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Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
4. Buch

34. Das israelitische Reich wurde von dem einen und wahren Gott gegründet und erhalten, solange die Juden der wahren Religion zugetan blieben.

Damit nun kund würde, daß auch die irdischen Güter, die einzigen, nach denen mit allen Fasern die trachten, die sich in ihren Gedanken zu keinen höheren aufschwingen können, in der Macht des einen Gottes stehen, nicht der vielen falschen Götter, die die Römer einst verehren zu müssen glaubten, so hat Gott sein Volk in Ägypten aus den kleinsten Anfängen heraus groß gemacht und durch wunderbare Zeichen von der Herrschaft der Ägypter befreit. Und dabei haben die Frauen der Juden Lucina erst gar nicht angerufen und doch hat Gott ihre Leibesfrucht aus der Hand der sie verfolgenden Ägypter, die es auf Tötung aller Kinder abgesehen hatten, errettet mit der Wirkung, daß sie sich wunderbar vermehrten und das Judenvolk unglaublich anwuchs. Ohne die Göttin Rumina nahmen ihre Kinder die Muttermilch an, ohne Cunina lagen sie in der Wiege, ohne Educa und Potina aßen und tranken sie, ohne den Schwarm der Kindergötter wurden sie aufgezogen, ohne die Heiratsgötter verehlichten sie sich, ohne den Priapus zu verehren, erkannten sie ihre Frauen; sie riefen Neptun nicht an und doch öffnete sich ihnen das Meer zum Durchzug, während es die nachfolgenden Feinde in den wieder zusammenschlagenden Wogen verschlang. Sie schufen auch keine Göttin Mannia, als sie das Manna vom Himmel erhielten, noch verehrten sie Nymphen und Lymphen, als ihnen in ihrem Durst der Fels auf einen bloßen Schlag hin Wasser spendete. Ohne dem Mars und der Bellona unsinnige Feste zu feiern, führten sie Krieg und ihre Siege galten ihnen nicht als Göttin, sondern als ein Geschenk Gottes. Und wenn sie nicht wider ihn gesündigt hätten, indem sie, von gottloser Neugier wie von Zauberkünsten verführt, zu fremden Göttern und zu Götzen abfielen und schließlich Christus töteten, so wären sie in ihrem, wenn auch nicht so großen, doch glücklicheren Reiche verblieben. Daß sie aber jetzt fast über alle Länder und Völker verstreut leben, ist das Werk der Vorsehung des einen wahren Gottes; wenn nämlich jetzt allenthalben die Bildnisse, Altäre, Haine und Tempel der falschen Götter zerstört werden, so läßt sich aus den Schriften der Juden beweisen, wie dies lange vorher schon geweissagt war, während man es, läse man es in unseren Schriften, für unsere Erdichtung halten würde.

Die Fortsetzung wollen wir für das nächste Buch aufsparen. Das vorliegende ist lang genug, um hier Schluß zu machen.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger