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Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
4. Buch

25. Nur den einen Gott sollte man verehren, den man als Spender des Glückes erkennt, mag man auch seinen Namen nicht wissen.

Nachdem uns dieser Aufschluß geworden ist, werden wir möglicherweise die, deren Herz noch nicht ganz verhärtet ist, viel leichter für unsere Ausführungen gewinnen. Wenn nämlich der Mensch in seiner Schwachheit bereits das Gefühl hatte, daß nur von einem Gott das Glück verliehen werden könne und wenn dieses Gefühl die Menschen hatten, die so viele Götter verehrten und darunter auch Jupiter, deren König, so haben sie ja den, der das Glück verleiht, lediglich deshalb, weil sie seinen Namen nicht kannten, nach dem Namen der Sache benannt, deren Verleihung sie ihm zuschrieben; sie gaben also hinreichend zu verstehen, daß selbst auch Jupiter, den sie ja bereits verehrten, das Glück nicht verleihen könne, sondern eben der, den sie unter dem Namen des Glückes selbst verehren zu müssen meinten. Ich billige es vollständig, daß sie glaubten, das Glück werde von einem Gott verliehen, den sie nicht kannten; ihn also soll man suchen, ihn verehren, mehr braucht es nicht. Man verabschiede den aufdringlichen Schwarm unzähliger Dämonen; nur der braucht sich an diesem Gott nicht genügen zu lassen, dem seine Gabe nicht genügt. Der möge sich, ich wiederhole es, mit der Verehrung des Gottes, der das Glück spendet, nicht begnügen, dem die Spende, das Glück, nicht genügt. Wem sie aber genügt [und es gibt nichts, was der Mensch darüber hinaus zu begehren hätte], der diene dem Gott, der das Glück, spendet. Es ist nicht der, den sie Jupiter nennen. Denn hätte man in ihm den Spender des Glückes erkannt, so hätte man sicher nicht nach einer andern Gottheit, die das Glück verleihen sollte, unter dem Namen des Glückes selbst gefahndet; man hätte dann auch eben diesen Jupiter nicht mit solchen Schimpflichkeiten verehren zu sollen geglaubt. Man nennt ihn ja einen Schänder fremder Gemahlinnen, einen unzüchtigen Liebhaber und Entführer eines schönen Knaben.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger