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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).
Zweites Buch

XVII. Kapitel

76.

1. Wie nun das Wissen ein auf das Wissen gerichtetes Verhalten ist, dessen Folge das Wissen ist, und mit dem ein Erfassen verbunden ist, das von Vernunftgründen nicht umgestoßen werden kann,1 so ist andererseits die Unwissenheit eine veränderliche Vorstellung,2 die durch Vernunftgründe umgestoßen werden kann; und die Entscheidung darüber, ob wir unsere Meinung ändern oder [S. 206] uns in ihr durch Vernunftgründe befestigen, steht bei uns.

2. Mit dem Wissen verwandt ist Erfahrung. Kenntnis, Klugheit, Einsicht und Erkenntnis.3

3. Und die Kenntnis ist ein Wissen um das Allgemeine auf Grund des einzelnen; die Erfahrung dagegen ist ein zusammenfassendes Wissen, so zwar, daß sie sich auch darum kümmert, wie jedes einzelne beschaffen ist; Einsicht ist ein Wissen um Geistiges; und Klugheit ist ein Wissen um Vergleichbares oder ein nicht umzustoßendes Vergleichen oder die Fähigkeit, die Dinge zu vergleichen, hinsichtlich deren Einsicht und Wissen vorhanden ist, und zwar jedes einzelne für sich und alle Dinge zusammen, die zu einem einzigen Begriff gehören; Erkenntnis dagegen ist das Wissen um das Seiende selbst oder ein Wissen, das mit dem übereinstimmt, was geschieht; Wahrheit ist ein Wissen um das Wahre; der Zustand der Wahrheit ist ein Wissen um wahre Dinge.

1: Vgl. Strom. II 9,4 mit Anm.
2: Der griechische Ausdruck für veränderlich ((xxx) eikousa) ist so gewählt, daß er im Gegensatz zu der Etymologie von (xxx) epistämä steht.
3: Sacr. Par. 224 Holl.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger