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Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
1. Buch

33. Der Untergang der Vaterstadt vermochte die Römer nicht zu bessern.

Welche Verwüstung des Geistes! Tollwut ist es, nicht mehr bloß Irrwahn, daß ihr, während die Völker des Orients laut der Berichte euern Untergang bejammern und die größten Städte in den entlegensten Ländern öffentlich trauern und klagen, nach Theatern Gelüste hattet, sie besuchtet, sie bis auf den letzten Platz anfülltet und euch unsinniger gebärdetet als zuvor. Das ist jene Fäulnis und Pest der Seelen, jene Vernichtung aller Rechtschaffenheit und Ehrbarkeit, um die Scipio für euch bangte, als er die Erbauung von Theatern verhinderte, da er vorhersah, ihr würdet durch Wohlergehen leicht verdorben werden und umkommen, da er euch vor feindlichen Schrecken nicht sicher gestellt wissen wollte. Denn er war nicht der Meinung, daß der Staat glücklich sei, wenn nur die Mauern feststehen, während es mit den Sitten abwärts geht. Aber bei euch haben gottlose Dämonen mit ihren Verführungskünsten mehr vermocht, als weitblickende Männer mit ihren Vorsichtsmaßregeln. Daher kommt es, daß ihr für das Schlimme, was ihr tut, nicht verantwortlich sein wollt, dagegen für das Schlimme, das ihr erduldet, die christlichen Zeiten verantwortlich macht. Denn nicht ist euch um Sicherheit zu tun, damit das Staatswesen in Ordnung sei, sondern damit ihr ungestraft schwelgen könnet, ihr, die ihr, durch Glück verdorben, nicht einmal durch Unglück gebessert werden konntet. Scipio wollte euch durch einen Feind in Atem halten, damit ihr nicht in Üppigkeit versänket; aber ihr habt nicht einmal, als euch der Feind den Fuß auf den Nacken setzte, der Üppigkeit Einhalt getan; ihr habt keinen Nutzen aus dem Unheil gezogen; ihr seid ins tiefste Elend geraten und dadurch um kein Haar besser geworden.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger