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Tertullian († um 220) - Über die Monogamie. (De monogamia)

2. Cap. Man hat an der Lehre des Paraklet, die nur eine einmalige Ehe erlaubt, das auszusetzen, dass sie 1) neu, 2) eine drückende Last sei.

Daher verurteilen sie die Lehre, dass man nur einmal heiraten dürfe, als Häresie, und diese Ursache ist es, durch die sie sich am stärksten genötigt sehen, den Paraklet zu leugnen, weil sie ihn für den Einführer einer neuen Lehre halten, und zwar einer solchen, die für sie sehr drückend ist. Daher müssen wir schon hier bei dieser ganz allgemeinen Beanstandung zum ersten Mal Halt machen und zusehen, ob es angehe, dass der Paraklet etwas gelehrt haben könne, was entweder der katholischen Tradition gegenüber neu oder im Vergleich zu der „leichten Bürde” des Herrn eine drückende Last zu nennen sei. In beiden Hinsichten hat der Herr vorbereitende Aussprüche gethan. Wenn er nämlich sagt: „Ich habe euch noch vieles zu sagen, aber ihr könnt es noch nicht tragen; wenn aber der h. Geist kommt, der wird euch in alle Wahrheit einführen”,1 so gibt er hinlänglich zum voraus zu verstehen, dass derselbe manches bringen werde, was, weil früher noch nicht gesagt, für neu, schwer und manchmal als drückende Last würde gelten können; eben darum war es noch nicht bekannt gegeben. — Gut also, wirst du sagen, bei dieser Art der Beweisführung wird man alles, was neu und schwer ist, dem Paraklet zuschreiben können, selbst wenn es vom bösen Geiste herrühren sollte. — Gewiss nicht. Der böse Geist würde sich durch eine Abweichung in der Lehre verraten, zuerst die Glaubensregel fälschen und sodann die richtige Disziplin, weil das, was eine Stufe höher steht, in der Verderbnis vorangeht, d. h. der Glaube, welcher gegenüber der Sittenlehre das frühere ist. Erst muss jemand in betreff Gottes Irrtümer lehren, dann kann er es erst über eine seiner Anordnungen. Der Paraklet aber hat vieles zu lehren, was der Herr für ihn aufgespart hat, gemäss seiner vorgängigen Bestimmung. Erstens wird er für Christus selbst das Zeugnis ablegen, dass er so sei, wie wir ihn uns vorstellen, sodann für die Gesamtordnung Gottes; er wird ihn verherrlichen, von ihm reden, und so, auf grund der [S. 455] vorgängigen Glaubensregel anerkannt, wird er all das viele noch offenbaren, was zur Sittenzucht gehört, wobei die Reinheit der Lehre für diese Dinge bürgt, obwohl sie neu sind — denn sie werden erst jetzt verkündigt — und obwohl sie beschwerlich sind, — weil sie auch jetzt noch nicht einmal Annahme finden. Und doch gehören sie keinem andern Christus zu, als demjenigen, der gesagt hat, er habe noch vieles andere, was von Paraklet gelehrt werden soll und was nicht weniger beschwerlich ist, als das, wovon man damals nichts wissen wollte.

1: Joh. 16, 12.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger