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Tertullian († um 220) - Gegen Hermogenes. (Adversus Hermogenes)

34. Cap. Auch der in der hl. Schrift angekündigte Untergang der jetzigen Welt ist ein Beweis ihrer Erschaffung aus nichts.

Dafür, dass alles aus nichts entstanden ist, dürfte übrigens noch jene letzte Anordnung Gottes sprechen, wonach alles wieder ins Nichts zurückkehrt. „Der Himmel wird nämlich aufgerollt werden, wie ein Buch”,1 ja er wird sogar samt der Erde, mit welcher er im Anbeginn geschaffen wurde, nirgends mehr vorhanden sein. „Himmel und Erde werden vergehen”,2 heisst es, „der erste Himmel und die erste Erde sind dahin und ihre Stelle wurde nicht mehr gefunden.”3 Denn was ein Ende nimmt verliert natürlich seine Stelle. So sagt auch David: „Die Werke deiner Hände, die Himmel, auch sie werden vergehen.”4 Denn wenn er sie umändern wird wie eine Decke und wenn sie verändert werden, dann heisst doch sich verändern den vorigen Zustand einbüssen; büsssen sie denselben ein, so verändern sie sich. „Die Sterne werden vom Himmel fallen, [S. 92] wie der Feigenbaum, wenn er von starkem Winde geschüttelt wird, seine herben Beeren verliert.”5 „Die Berge aber werden wie Wachs schmelzen vor dem Angesichte des Herrn, wenn er sich erhebt, um die Erde zu zertrümmern.”6 „Auch die Sümpfe”, heisst es, „werde ich austrocknen, sie werden nach Wasser suchen und es nicht finden und auch das Meer ist gewesen.”7 Wenn auch der eine oder der andere diese Stellen geistig erklären zu müssen glaubt, so wird er doch nicht imstande sein, die Realität der Dinge zu beseitigen, die so geschehen werden, wie geschrieben steht. Denn Vorbilder, wenn es solche gibt, müssen in wirklichen Dingen bestehen, nicht in nicht existierenden, weil zu einem Vergleiche nichts brauchbar sein kann, was nicht selbst die Eigenschaft besitzt, die zu einem solchen Vergleiche dient. Ich kehre nun zur Sache zurück, welche in dem Satze besteht, alles, was zu nichts werden wird, ist auch aus nichts hervorgegangen. Denn aus etwas Ewigem würde Gott Vergängliches nicht gemacht und Kleines nicht aus Grossem erschaffen haben, da es ihm eher zustände, aus Kleinem Grosses zu machen, d. h. aus Vergänglichem Ewiges. Das verheisst er dann auch unserem Leibe, und von dieser seiner Kraft und Macht wollte er uns schon jetzt ein Unterpfand gewähren, damit wir glauben sollten, dass er auch das Universum, das als nicht existierend gleichsam tot war, zum Sein erweckt habe.

1: Is. 34, 4.
2: Matth. 24, 21, 35.
3: Apok. 21, 1.
4: Ps. 102, 26 [Septuag. Ps. 101, 26]; [Ps. 102, 26 f].
5: Apok. 6, 13.
6: Is. 107, 5.
7: Is. 2, 19; 41, 17; 42, 15.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger