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Tertullian († um 220) - Gegen Hermogenes. (Adversus Hermogenes)

22. Cap. Dies ist dann auch wirklich die Methode, die in der hl. Schrift beobachtet wird.

So hat denn also der heilige Geist in der hl. Schrift die Methode festgehalten, wenn etwas aus etwas anderem geschaffen wird, zu berichten, was und woraus es geschaffen wird. „Es bringe hervor”, sagt er, „die Erde Kraut und Gras, welches seinen Samen aussäet, jedes nach seiner Gattung und Ähnlichkeit, und fruchtbare Bäume, welche Frucht bringen, wovon der Samen in ihnen ist, nach ihrer Ähnlichkeit. Und es geschah also. Und die Erde brachte Kraut und Gras hervor, welches seinen Samen aussäet nach seiner Art, und fruchtbare Bäume, welche Frucht bringen, worin der Same ist nach ihrer Art.”1 Und wiederum heisst es: „Es sollen die Gewässer kriechende Tiere hervorbringen und Vögel sein, die da fliegen über die Erde am Firmamente des Himmels. Und es geschah also. Und es machte Gott grosse Seetiere, und alles Leben der kriechenden Tiere, welche das Gewässer hervorgebracht hatte, nach ihrer Art.” Ebenso weiter unten: „Und Gott sprach: Die Erde soll lebende Wesen hervorbringen nach ihrer Art, Vierfüssler, Reptilien, und die Tiere des Feldes nach ihrer Art.”2 Wenn also Gott, so oft er neue Gegenstände aus andern schon geschaffenen Dingen hervorbringt, es durch den Propheten kund gibt und sagt, was und woraus er es hervorgebracht hat — und doch könnten wir es uns recht gut denken, woraus — denn sie sind nicht aus nichts, und es gab bereits erschaffene Dinge, woraus sie hervorgegangen sein konnten, — wenn also der hl. Geist auf unsere Unterweisung eine solche Sorgfalt verwendete, dass wir erfahren, woher jedes kam, würde er uns dann nicht ebenso auch in betreff des Himmels und der Erde in Kenntnis gesetzt und uns angedeutet haben, woraus sie gemacht worden sind, wofern sie ihren Ursprung irgend einer Materie verdanken. Es musste um so mehr den Schein gewinnen, dass er sie aus nichts erschaffen [S. 82] habe, da bis dahin noch nichts erschaffen worden war, woraus er sie hätte machen können. Mithin, so gut wie er bei den Dingen, die aus anderen hervorgebracht sind, angibt, aus welchen, so bestätiget er, wenn er es nicht angibt, dass sie aus nichts entstanden seien. „Also im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.” Ich bete die Vollständigkeit der hl. Schrift an, welche mich hier sowohl den Schöpfer kennen lehrt als das Geschaffene. Im Evangelium aber finde ich noch mehr, nämlich das Wort als Diener und Gehülfen des Schöpfers. Dass aber das All aus irgend einer untergeordneten Materie geschaffen sei, das habe ich nirgends gelesen. Das Atelier des Hermogenes möge uns darüber belehren, dass es in der Schrift stehe. Steht es nicht darin, so möge er das Wehe fürchten, welches denen zugerufen wurde, die etwas hinzufügen oder wegnehmen.3

1: Gen. 1, 11 ff.
2: Gen. 1, 20 ff.
3: Offenb. 22, 18 ff.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger