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Tertullian († um 220) - Gegen Hermogenes. (Adversus Hermogenes)

2. Cap. Zwei Argumente des Hermogenes, woraus hervorgehen soll, Gott habe die Welt aus der Materie geschaffen. Es lassen sich nur drei Fälle denken: Gott habe die Welt entweder aus sich, aus nichts oder aus einer vorhandenen Materie geschaffen. Das erste und zweite, behauptet er, sei unmöglich, also finde das dritte statt.

Diesen Urschatten hat der völlig lichtlose, ungeschickte Maler mit folgenden Beweisführungen gefärbt: Er schickt voraus, dass der Herr aus sich selbst alles gemacht habe, entweder aus Nichts oder aus einem Stoff, um sodann, nachdem er gezeigt hat, Gott habe weder aus sich selbst noch aus Nichts schaffen können, dann die noch übrig bleibende dritte Behauptung darauf zu begründen, er habe aus etwas anderem geschaffen und dieses Etwas sei dann eben die Materie gewesen. Dass der Herr aus sich selbst habe schaffen können, leugnet er, weil die aus ihm heraus erschaffenen Dinge dann Teile von ihm gewesen sein würden. Nun gehe er aber nicht in eine Teilung ein, weil er, als der Herr, unteilbar, [S. 63] unverkürzbar und stets einer und derselbe sei. Wofern er aber etwas aus sich selbst gemacht hätte, so wäre das etwas von ihm gewesen. Aber alles, was werde, und was er mache, das sei für unvollkommen zu halten, weil es teilweise wird und er es teilweise macht. Hätte er aber als Ganzer ein Ganzes gemacht, so müsste er gleichzeitig das Ganze sein und auch nicht. Denn er hätte müssen zu gleicher Zeit das Ganze sein, um sich selbst hervorzubringen, und wiederum nicht das Ganze sein, damit es aus ihm selbst entstehe. Das wäre aber sehr schwer. Denn wenn er gewesen, so brauchte er nicht zu werden; er ist ja. Wäre er aber nicht, so könnte er nicht hervorbringen; er ist ja nicht. Der aber, welcher stets ist, wird nicht erst, sondern er ist in die Ewigkeit der Ewigkeiten. Also schliesst Hermogenes, wer nicht in der Lage war, aus sich schaffen zu können, der hat auch nicht aus sich geschaffen. Ebenso leitet er dann die Behauptung, der Herr habe nicht aus Nichts schaffen können, so ein, dass er feststellt, er sei gut, ja im höchsten Grade gut und wolle die Dinge so gut und so trefflich schaffen, als er selbst sei, oder besser, er wolle und schaffe nur Gutes und Treffliches. Und so hätte denn entsprechend seiner eigenen Beschaffenheit nur Gutes und Treffliches von ihm ausgehen dürfen. Es fänden sich aber auch böse Dinge, die von ihm erschaffen seien; sie seien mithin nicht aus seinem Denken und Wollen hervorgegangen; denn wären sie das, er würde doch nichts seiner unpassendes und unwürdiges geschaffen haben! Was er also nicht seinem Willen entsprechend gemacht habe, das müsse man so ansehen, als sei es durch einen fremden, fehlerhaften Einfluss so geworden und es stamme ohne Zweifel aus der Materie.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger